Tempo beim AUA-Verkauf wird verschärft:
Ist Privatisierung im August abgeschlossen?

FORMAT: Ticketpreise werden wieder stark steigen Erster Zwischenbericht in Bezug auf die "Partnerwahl"

Tempo beim AUA-Verkauf wird verschärft:
Ist Privatisierung im August abgeschlossen? © Bild: FORMAT/apa/Techt

Den Tagesordnungspunkt "Vorstandsangelegenheiten" bei der Aufsichtsratssitzung am 25. Juni hat AUA-Boss Alfred Ötsch wie erwartet überlebt. Der Betriebsrat hatte darauf bestanden, "einmal deutlich die Performance des Vorstands in den letzten Monaten anzusprechen", wie Obmann Alfred Junghans erklärt - in Anspielung auf den verunglückten Deal mit Scheich Al Jaber und den Schwenk von Ötsch Richtung Verkauf der AUA.

Eine Ablöse von Ötsch wird es jetzt trotzdem nicht geben. Und hätte auch keinen Sinn. Die AUA befindet sich mitten in der Partnersuche. Sobald die Airline einen neuen Eigentümer hat, gibt es sowieso einen Wechsel an der Spitze. Das könnte schon in wenigen Monaten sein. Ötsch weiß das - und drückt trotzdem aufs Tempo. Er kämpfte noch bis Ende April für den Erhalt der Selbständigkeit. Wegen des Ölpreis-Schocks und der düsteren Aussichten für die gesamte Airline-Branche hat der AUA-Kapitän inzwischen erkannt, dass keine Zeit mehr zu verlieren ist.

Enormes Tempo beim AUA-Verkauf
Die Verdoppelung des Kerosinpreises beschert der Fluglinie heuer Mehrkosten von 100 Millionen Euro - und einen fast ebenso hohen Verlust. Um pari auszusteigen, bräuchte die AUA eine um fünf Prozentpunkte höhere Auslastung. Wegen der steigenden Ticketpreise werden die Passagierzahlen ab Herbst jedoch runtergehen. Demnächst müssen die Tarife nochmals massiv angehoben werden. Der Luftfahrtverband IATA rechnet aktuell, dass die Branche 2008 weltweit 6,1 Milliarden Dollar Miese einfliegen wird.

Dem Aufsichtsrat legte Ötsch am Mittwoch einen ersten Zwischenbericht in Bezug auf die Partnerwahl vor. Noch sind dort knapp zehn Optionen aufgelistet. Bis Ende Juli ist das auf drei Varianten reduzierte Ranking fertig. Fest steht es jetzt schon: 1. Lufthansa, 2. Air France / KLM, 3. Aeroflot. Es wird enorm Tempo gemacht. In AUA-Kreisen lebt die Hoffnung, dass schon im August, beim einzigen Ministerrat während der Parlamentspause, die Privatisierung be-schlossen wird.

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