Temperaturen über 43 Grad: Schon fast 30 Australier der Hitzewelle zum Opfer gefallen

Adelaide: Ältere Menschen besonders stark betroffen Stromversorgung ist teilweise zusammengebrochen

Temperaturen über 43 Grad: Schon fast 30 Australier der Hitzewelle zum Opfer gefallen © Bild: APA/Gindl

Nach vier Tagen Rekord-Hitze von über 43 Grad verlieren die Menschen im Südosten Australiens die Geduld mit den Behörden. Wegen Überlastung brach die Stromversorgung teilweise zusammen, von der Hitze verbogene Schienen legten den Bahnverkehr lahm und zahlreiche Buschbrände bedrohen Häuser und Wälder. Krankenhäuser berichten von einer wachsenden Zahl vor allem älterer Menschen, die unter der Hitze zusammenbrechen, rund 30 Menschen sind schon ums Leben gekommen. Mehr als 500 000 Haushalte haben keinen Strom.

Der Energieminister des Bundesstaates Victoria, Peter Batchelor, bat die Bewohner um Verständnis. Die Hitzewelle sei beispiellos und mit anderen Naturkatastrophen wie eine Flut oder einem Tornado zu vergleichen. Keine Regierung könne gegen die Auswirkungen kämpfen, ohne dass es Probleme gebe. Victorias Premierminister John Brumby versicherte, jeder verfügbare Feuerwehrmann sei im Einsatz. Mehr als 6.000 Hektar Wald sind bereits abgebrannt. Eine Feuerfront war am Samstag nur noch zwei Kilometer von einer Hochspannungsleitung entfernt, die Melbourne versorgt.

Dort kämpfen Einwohner am Stadtrand weiter gegen eine Feuersbrunst, der bereits mehrere Häuser zum Opfer fielen, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP. "Es gibt viele Brände, viel Rauch und ein Haufen Leute, die herumrennen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Tausende von Freiwilligen versuchten, die Flammen einzudämmen. Helfer bespritzten zudem in der zweitgrößten Stadt Australiens die Schienen, damit sie sich nicht weiter verbiegen.

Rund 30.000 Australier ließen sich durch die Hitze aber nicht ihren Spaß verderben und besuchten trotzdem ein Open Air-Konzert. (apa/red)