"Temelin kann Freundschaft nicht stören": Gusenbauer in Prag um Beruhigung bemüht

Tschechiens Premier Topolanek: "Never ending story" Kritik und Blockade-Drohungen in Oberösterreich

Tschechien und Österreich seien "gute Freunde", betonte Gusenbauer. Über Temelin müsse man so sachlich wie möglich diskutieren und das 2000 unterzeichnete Melker Abkommen sei eine gute Grundlage dafür. Deshalb habe man die Etablierung einer gemeinsamen parlamentarischen Kommission vereinbart, die sich mit der Sicherheit Temelins befassen werde.

AKW als "never ending story"
Topolanek bezeichnete das Thema Temelin als eine "never ending story". Eine sachliche Debatte und Kommunikation auf der Basis der geplanten Parlamentskommission sei ein "Schritt in richtige Richtung", so der Prager Regierungschef. Topolanek betonte weiters, er sei darüber "tief überzeugt", dass Tschechien die Verpflichtungen aus dem Melker Abkommen "auf eine Über-Standard-Weise" erfüllt habe und erfülle.

Gusenbauer betonte, das Ziel der österreichischen Regierung sei eine offene Grenze zwischen Tschechien und Österreich. Deshalb unterstütze Österreich den geplanten Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum. Er fügte hinzu, die Demonstrationen seien jedoch ein demokratisches Recht.

Kritik und Blockade-Drohungen in OÖ
In Oberösterreich hat es als Reaktion auf das Ergebnis der Gespräche zwischen Gusenbauer und Topolanek Enttäuschung und Kritik gegeben. Die Atomgegner kündigten als Konsequenz weitere Grenzblockaden an. Die FPÖ kritisierte, Gusenbauer sei gescheitert. (apa)