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"Telekom II"-Prozess:
Angeklagte großteils geständig

Beschuldigte gestehen Beteiligung an Scheinrechnung zur Bezahlung von Abfertigung

"Telekom II"-Prozess: Die Angeklagten sind großteils geständig. © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Im "Telekom II"-Prozess haben sich alle vier Angeklagten schuldig bekannt, an einer Scheinrechnung beteiligt gewesen zu sein. Im Untreueverfahren wird den Beschuldigten vorgeworfen, Scheinrechnungen zur Bezahlung der Abfertigung eines ehemaligen Marketingleiters ausgestellt zu haben. Sie hätten damals nichts Strafrechtliches daran entdecken können, im Nachhinein tue ihnen die Rechnungslegung leid.

Jene drei Angeklagten, die im für die Anklage entscheidenden Jahr 2007 als Mitarbeiter der Werbeagentur Euro RSCG tätig waren, betonten, dass sie lediglich - wie vom Telekom-Management gewünscht - die Abfertigung von knapp 600.000 Euro durchgewunken haben. Sie hätten sich nichts dabei gedacht, weil der Agentur kein Schaden entstanden sei.

"In der Werbung ist man leider Lieferant", meinte der Drittangeklagte am Dienstag bei der Befragung durch Richter Michael Tolstiuk. Der Zweitangeklagte hatte zuvor gemeint: "Wir wurden instrumentalisiert."

Angeklagter wollte Vorstand werden

Der Erstangeklagte, Ex-Marketingvorstand der Telekom, hatte in seiner Einvernehmung gemeint, er hatte gehofft, Vorstand der Telekom Austria zu werden. Diese Hoffnung hatten auch die angeklagten damaligen RSCG-Mitarbeiter, dies zerschlug sich aber, als der Erstangeklagte vom damaligen Festnetzvorstand informiert wurde, dass Hannes Ametsreiter neuer Boss des Konzerns werde und sich die Telekom vom Beschuldigten trennen werde.

Da die Beschuldigtenvernehmung weit schneller voranging, als vom Gericht erwartet, entfällt der Prozesstag am Mittwoch, am Donnerstag geht es mit der Zeugeneinvernahme weiter, für Freitag ist das Urteil geplant. Allerdings hat ein für Donnerstag geladener Zeuge erst im März Zeit, Richter Tolstiuk ließ offen, ob ihm auch eine Verlesung der Einvernahme des Zeugen bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft reichen würde und somit der Termin Freitag zur Urteilsverkündigung hält.

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