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Warum Telefonie teurer wird

NEWS nimmt die Mobilfunk-Chefs zum Umbruch der Branche ins Kreuzverhör

Telekom-Provider Österreich © Bild: NEWS/Deak

Im österreichischen Mobilfunk bleibt kein Stein auf dem anderen. Nachdem es nur noch drei Anbieter gibt, fürchtet der Markt steigende Preise. Andererseits sollen Roaming-Gebühren abgeschafft werden. Die Datenschutzbestimmungen sind hoch, die Preise im internationalen Vergleich niedrig. Es stehen massive Investitionen an, um auf dem Stand der Technik zu bleiben. NEWS hat die drei Player und den Regulator zum Gipfelgespräch gebeten, um Tacheles zu reden. Denn wer wird die Rechnung bezahlen?

NEWS: Die Urlaubszeit hat begonnen, Roaming außerhalb der EU ist oft exorbitant teuer. Profitieren Sie davon?

Jan Trionow: Primär profitieren davon die Betreiber, die dort genutzt werden.

Hannes Ametsreiter: Der bei weitem größte Teil geht an den nationalen Betreiber bei dem geroamt wird. Das sind je nach Tarif bis zu 80 Prozent, die dort verbleiben. Es gibt jetzt eine Entwicklung, dass manche Länder diesen Tarif noch einmal massiv hinaufsetzten. So haben manche Betreiber die Möglichkeit, nationale Tarife noch günstiger zu machen. Das wird finanziert von ausländischen Kunden, die in dieses Land kommen. Ist nicht unschlau.

Andreas Bierwirth: Siehe Türkei, dort ist ganz klar, wie es funktioniert. Österreich ist eines der europäischen Tourismusländer, das heißt, der Roaming-Anteil durch Touristen in Österreich ist relativ hoch. Wenn das jetzt unter Druck kommt, wird sich das automatisch niederschlagen. Was aber bei den gleichzeitigen Investitionen, die wir tätigen müssen, zu einem Preiszug auf dem österreichischen Heimatmarkt wird.

NEWS: Die Preise steigen demnach: Wieso machen Sie telefonieren jetzt teurer?

Trionow: Bei Drei hat sich das Datenvolumen in den letzten Jahren vertausendfacht. Insgesamt sind die Umsätze in der Branche aber zurückgehen. Der Mobilfunkpreisindex ist im gleichen Zeitraum um 55 Prozent gefallen. Ein Markt mit drei Betreibern, die langfristig agieren, wird ein sehr guter Markt für den Konsumenten sein.

Bierwirth: Erfreulich ist, dass im Rahmen der Reduktion von vier auf drei jetzt zumindest drei Player am Markt sind die im Grunde nachhaltig in Österreich ihr Geschäft betreiben wollen. Das ist eine Veränderung zu dem wie es war.

NEWS: Wo sehen Sie einen angemessenen Einstiegstarif für Smartphones? Ist 7,50 Euro noch ein Geschäftsmodell?

Ametsreiter: Mit 7,50 kann man kein nationales Netz betreiben, das geht sich schlicht weg einfach nicht aus. Das kann ein Angebot im Portfolio sein.

Trionow: 7,50 Euro ist die Untergrenze in dem Bereich für ein Paket, das man in Österreich vielleicht als Einstiegspaket bezeichnen kann. So ein Bündel würde in vielen anderen Ländern, auch in Europa, bei 50 Euro kosten, etwa, wenn wir es mit Deutschland vergleichen, wo die Preise drei bis sieben Mal so hoch sind. Jede Diskussion über österreichische Tarife muss man immer in den Kontext stellen. Wenn der europäische Binnenmarkt dazu führt, dass der Konsument deutsche Preise bezahlen muss, dann ist das aus Konsumentensicht nicht richtig gelaufen.

Das komplette Interview finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als iPad-Version.

Kommentare

space23

tja....bin froh nur ne wertkarte zu haben und der rest geht über online telefonie :D und mittlerweile komm ich ganz 6 monate mit € 20 aus

Man muß das genau sehen: Weniger Mitbewerber -> mehr "Abstimmungsmöglichkeiten" (wie im Handel bei REWE - Spar und Hofer). Weniger Werbung und weniger Millionen für Manager und man kann das mit guten Gewinn betreiben.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Ja, erstens diverse Manager-Boni ...und zweitens muss auch die NSA ihre Kosten decken, ganz einfach erklärt

S/A/R melden

Das ist leider bedingt durch die Liebe zu unserem Nachbarland. Die 1942 ihren Höhepunkt hatte. Wir müssen alles Schrott Alemania nachmachen. Egal ob es gut oder schlecht ist.

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