Frontal-Angriff von

Telekom: Hochegger gegen Schieszler

"Jagd-Betrug": Lobbyist wirft dem Kronzeugen Untreue vor

Hochegger © Bild: APA/Jäger

Auf dieses Jagdvergnügen hätten die Beteiligten im Nachhinein wohl lieber verzichtet. Im Oktober 2008 reiste eine kleine, feine Gesellschaft im Privatjet nach Schottland. Ziel war Dalnaglar Castle, das Jagdanwesen von Alfons Mensdorff-Pouilly. Mit dabei waren unter anderem der damalige Finanzvorstand der Telekom, Gernot Schieszler, der damalige Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer, Telekom-Mitarbeiter Michael Fischer und Bauunternehmer Hanno Soravia.

Öffentlich bekannt wurde das Wochenendvergnügen spätestens durch den parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss 2012 als "Telekom-Jagd", weil angeblich die Telekom Austria dazu eingeladen hatte. Bezahlt wurde jedenfalls das Transportmittel, der Lear-Jet, der mit 21.800 Euro zu Buche geschlagen hatte. Der Flug wurde über Peter Hocheggers Lobbying-Firma "Valora" abgerechnet. Bezahlt hat letztendlich die Telekom Austria.

Jetzt, sechs Jahre später, wird diese "Telekom-Jagd" erneut zum Gegenstand einer strafrechtlichen Anzeige. Ungewöhnlich ist der Anzeiger, handelt es sich doch um den umstrittenen Meister-Lobbyisten Peter Hochegger.

Strafanzeige gegen den Kronzeugen

Hochegger behauptet in einer Strafanzeige, die NEWS vorliegt, das schottische Ereignis 2008 war keine "Telekom-Jagd". Mensdorff habe vielmehr privat dazu eingeladen. Schieszler habe ihn, Hochegger, und andere getäuscht, sonst hätte er die 21.800 Euro für den Privat-Jet nicht bezahlt und weiter verrechnet.

Schieszler, der als viel diskutierter Kronzeuge auch gegen Peter Hochegger ausgesagt hat, hätte damals seine Befugnisse missbraucht. Schieszler sieht dies naturgemäß anders. Für ihn gelten Unschuldsvermutung und Kronzeugenregelung.

Mensdorff-Pouilly erinnert sich, von NEWS befragt, an die Jagd und spricht von einer rein privaten Einladung. Von einer Verrechnung an die Telekom habe er nichts gewusst.

Die ganze Story inkl. Interview mit Alfons Mensdorff-Pouilly finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

Kommentare

Oliver-Berg

Was mann von einem Grafen lernen kann?

Ein Graf zahlt nie. Die anderen haben zu blechen. Die Telekom war der Selbstbedienungsladen für Politik, eigennützige Manager, Lobbyisten und Co. Erstaunlich wie viel Energie ein Hochegger nun aufwendet um andere anzuputzen, wo er selber Teil der Clique war. Sehr glaubwürdig.

Laleidama

attensione Peter...la Omerta sta osservando...capisc.....

Hach.. wenn der Hochegger nur mal ordentlich auspacken würde.. das wär ein Spaß :D

Hat sich je einer zu Vorwürfen erinnern können, da leidet doch jeder an Kurzzeitgedächtnis !

Es ist ganz einfach zum Kotzen was diese Verbrecherclique ungeniert
aufgeführt hat, und teilweise immer noch praktiziert.

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