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Telekom: Yesss! bleibt

Vertriebsschiene über Hofer bleibt - Unklar, was mit Marke "One" passiert

Yesss! Startpaket bei Hofer © Bild: Format/ Appelt Michael

Die Telekom Austria führt die neu erworbene Diskontmarke Yesss! eigenständig weiter, die 33 Mitarbeiter werden übernommen. Der Übertrag ins Telekom-Netz erfolgt im Sommer. Eine Konkurrenz zur schon vorhandenen Telekom-Diskontmarke bob sieht Konzernchef Hannes Ametsreiter nicht. bob konzentriere sich weiterhin auf Vertragskunden, Yesss! werde Preis-Leistungs-Führer im Wertkartensektor bleiben. Mit dem Kauf sei die Telekom nun im Vertrags- und Wertkartensegment die Nummer eins. In einer anderen Causa wurde bekannt, dass die Telekom Geld aus Korruptionsfällen zurück erhielt.

Bob habe derzeit bei 915.000 Nutzern rund 90 Prozent Vertragskunden, bei den 720.000 Yess-Kunden seien 650.000 Prepaid-User. Yesss! werde weiterhin als sehr schlankes Unternehmen geführt, das Call Center in Horn mit 15 Beschäftigten bleibe erhalten. Yesss! erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 50 Mio. Euro - zum Vergleich: Die börsenotierte teilstaatliche Telekom kam 2011 auf 4,45 Mrd. Euro Umsatz - mit gut 17.000 Mitarbeitern.

Für den Erwerb von Yesss! zahlte Marktführer Telekom 390 Mio. Euro an den bisherigen Besitzer Orange - der selbst bald Geschichte ist. Denn während Yesss! zumindest als Marke weiter besteht, verschwindet Orange durch die Übernahme durch "3" (Hutchison) völlig von der Bildfläche. Die Telekom hat beim Kauf von Yesss! auch die Markenrechte für "One" übernommen, was sie damit machen wird ist laut Ametsreiter noch offen.

Telekom bleibt Marktführer

Die Vertriebsschiene von Yesss! über die Handelskette Hofer bleibt aufrecht. Die Zentrale wandert ins Hauptquartier der Telekom im 2. Wiener Gemeindebezirk. Geschäftsführer Peter Nebenführ bekommt einen Co-Chef, der sich primär um die Finanzen kümmern soll. Ex-Geschäftsführer Heinz Zechner wurde vor wenigen Tagen als neuer Einkaufsleiter von Mitbewerber T-Mobile Austria präsentiert.

Künftig sieht der Mobilfunkmarkt laut Telekom wie folgt aus: Die Telekom (A1) hat zusammen mit bob und Yesss! einen Marktanteil von 45 Prozent, T-Mobile samt der Diskonttochter tele.ring kommt ebenso wie "3" (inkl. der gekauften Orange) auf 25 Prozent.

T-Mobile Austria hat jedoch heute die von der Telekom agegebenen Marktanteile der drei Netzbetreiber relativiert. Es seien nicht 45 Prozent für A1 und jeweils 25 Prozent für T-Mobile und "3". Laut T-Mobile sind es 46 Prozent für A1, 31 Prozent für T-Mobile und 22 Prozent für "3".

1 Mio. Euro aus Korruptionsfällen zurückerhalten

Die Telekom Austria hat aus den diversen Korruptionsskandalen der vergangenen Jahre bisher rund eine Million Euro auf freiwilliger Basis zurückerhalten, insgesamt hat die Telekom knapp 30 Mio. Euro eingefordert, die sie als Privatbeteiligte bei den nun anstehenden Strafrechtsverfahren erhalten will.

Die bereits zurückgezahlte Million stammt zum Teil von noch bestehenden Mitarbeitern, die Bonuszahlungen aufgrund einer Kursmanipulation erhalten hatten. So hatte Konzernchef Hannes Ametsreiter unmittelbar nach Bekanntwerden der Manipulation seine 92.0000 Euro Bonus zurück überwiesen.

Auf die Telekom warten erhebliche Ausgaben im heurigen Jahr. Zu Jahresbeginn hat sie um 390 Mio. Euro den Diskontanbieter Yesss! gekauft, im Herbst steht die Versteigerung der "Digitalen Dividende" (freiwerdende Frequenzen aus Analog-TV) an. Diese würden für alle Anbieter insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, so Ametsreiter. Außerdem muss das Glasfasernetz weiter ausgebaut und die Masten auf die nächste Mobilfunkgeneration LTE umgestellt werden. Wann er das Investment bei Yesss! zurückverdient haben will, wollte Ametsreiter nicht sagen.

Der Chef der Staatsholding ÖIAG, Rudolf Kemler, hatte Anfang des Jahres eine Hybridanleihe in Höhe von 800 Mio. Euro durch die Telekom Austria in den Raum gestellt. Die ÖIAG vertritt die Eigentümerinteressen bei den teilstaatlichen Firmen Telekom, Post AG und OMV AG. Dass eine Hybridanleihe ein Thema sei, bestätigte heute Ametsreiter.

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