Telekom-Affäre von

ÖVP Tirol: Switak tritt zurück

Nach Korruptionsvorwürfen nimmt der Tiroler Landesrat seinen Hut

Telekom-Affäre - ÖVP Tirol: Switak tritt zurück © Bild: Archivbild: APA/JÄGER

Die rund 200.000 E-Mails, die NEWS in der Telekom-Affäre zugespielt worden, haben ein erstes politisches Opfer gefordert: Der Tiroler ÖVP-Landesrat Christian Switak ist am Freitag zurückgetreten.

"Ich habe in einem persönlichem Gespräch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) informiert, dass ich alle politischen Ämter zurücklegen werde", erklärte er vor Journalisten in Innsbruck. Gleichzeitig hielt Switak fest, dass er "zu jedem Zeitpunkt rechtlich und moralisch einwandfrei agiert habe".

Switak verwies bei der Bekanntgabe seines Rücktritts auf Erreichtes. "Ich übergebe geordnete Finanzen ohne Nettoneuverschuldung", betonte der Landesrat. Aber offensichtlich seien Jagdeinladungen wichtiger als "erfolgreiche Sacharbeit". Da die Debatte um seine Person in den Vordergrund getreten sei, habe er die Konsequenzen gezogen, erklärte er. Bis sein Nachfolger feststehe, werde er die Geschäfte weiterführen.

Rat an Journalisten
Rückblickend hätte er "vieles anders gemacht", erklärte Switak. Er habe aber "zu jedem Zeitpunkt rechtlich und moralisch einwandfrei agiert". Auch für die anwesenden Journalisten hatte er noch einen Rat parat, bevor er sich mit "vielen Dank und auf Wiedersehen" verabschiedete: "Nehmen sie keine Einladungen von Freunden an."

Switak war Mitte November des vergangene Jahres in die Kritik geraten, weil er als der für Raumordnung und Seilbahngrundsätze zuständige Landesrat in der Wohnung des Seilbahnbetreibers Schultz residiert hatte. Vor wenigen Tagen war zudem durch NEWS bekanntgeworden, dass Switak Jagdeinladungen der Telekom im Jahr 2007 angenommen hatte, als er noch im Ministerium Platters tätig war. Auch von Lift-Besitzer Schultz sei er wiederholt zur Jagd eingeladen worden.

Tratter folgt Switak nach
Der Haller Bürgermeister Johannes Tratter wird Switak als Tiroler Finanzlandesrat nachfolgen. Platter präsentierte den studierten Juristen nach einem kurzfristig einberufenen Landesparteivorstand. Tratter, der seit März 2010 der Salinenstadt vorsteht, ist landespolitisch ein unbeschriebenes Blatt. Der 49-Jährige studierte im zweiten Bildungsweg Jus und schlug anschließend eine Verwaltungslaufbahn ein. Sechs Jahre bekleidete er unter anderem das Amt des Kufsteiner Bezirkshauptmannes. Ab 2006 leitete er die Abteilung Arbeit und Wirtschaft im Amt der Tiroler Landesregierung. Er ist verheiratet und hat ein Kind aus erster Ehe.

Kommentare

Switak Endlich hat dieser Skandal Landesrat das Handtuch geworfen. Der Busenfreund unseres Witzfigur Landeshauptmannes Platter hat es Faustdick hinter den Ohren. Zuerst diese Aktion mit der günstigen Wohnung bei Liftkaiser Schultz. Dann die Kleinigkeit mit der Telekom und verschiedene kleine Ausrutscher . Er scheint wirklich kein Gefühl dafür zu haben was für einen Poltiker machbar ist und was nicht. Ich glaube der hat noch nie was vom Interssenskonflikt gehört ? Im Zweifelsfall kann er ja unseren Landesbajazoo Platter fragen worum es geht

ALLE haben \"moralisch und rechtlich\" einwandfrei gehandelt! Wozu bedarf es da noch einen Untersuchungsausschuss?

Von Grasser, Strasser, dem Waffengrafen, bis Hochegger und Switak...

In einem anderen Land würde der Bundespräsident nach solchen Skandalen die gesamte Regierung sofort entlassen!

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