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Was derzeit für das
Heimkino angesagt ist

Technik - Was derzeit für das
Heimkino angesagt ist © Bild: APA/AFP

Die Kinos beklagten vor kurzem die schlechtesten Besucherzahlen seit 1992. Wen wundert es: Während zugkräftige Filme aus Hollywood auf sich warten lassen, ist die Qualität kostengünstiger Streaming-Angebote massiv angestiegen. Und aus technischem Standpunkt ist es in den letzten Jahren auch wesentlich einfacher geworden, einen Hauch mehr Kinoqualität ins Wohnzimmer zu zaubern. Wir zeigen, was derzeit besonders angesagt ist.

1. Zauberwort OLED

Den vermutlich größten Einfluss auf ein atemberaubendes Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden hat die OLED-Technologie hervorgerufen. Anfangs noch von vielen Herstellern als exotische Bauweise belächelt, setzt mittlerweile fast jedes Unternehmen im Premium-Segment seiner TV-Geräte auf OLED.

Das ist auch nicht von der Hand zu weisen, schließlich sind die Leuchtkraft und der atemberaubende Kontrast von OLED-Bildern derzeit nahezu konkurrenzlos. Und die gute Nachricht für Interessenten ist, dass diese TV-Geräte mittlerweile auch schon für Normalsterbliche leistbar sind. Tipp an dieser Stelle: Vorjahres-Modelle stehen aktuellen Modellen nur minimal nach, sind aber stark reduziert.

2. Weniger ist mehr

Unterhaltungselektronik passen sich immer besser in den eigenen vier Wänden an. Vorbei die Zeiten, in denen schwarze oder silberne Blöcke und/oder Platten das Wohnzimmer verschandelt haben: Hauchdünne Glas- und Metallfronten tarnen sich an die Wand gehängt als Gemälde oder machen überhaupt schon den Eindruck als wäre es in, Animationen zu tapezieren. Als besonderes Schmankerl können TVs heutzutage überhaupt auch schon zusammengerollt und verstaut werden.

Grundsätzlich gilt - auch im leistbaren Bereich - je unauffälliger das Heimkino, desto besser.

3. Größer, größer und nochmals größer

Mit der Schamlspurbauweise ist auch das Tabu massiver Bildschirmdiagonalen gefallen. Bei Projektoren geht der Spaß in der Regel überhaupt erst ab 100 Zoll (254 Zentimeter Bildschirmdiagonale) und aufwärts los. Aber auch bei Fernsehern gelten 65 Zoll (165 Zentimeter) mittlerweile als Standardmaß, wer viel auf sein Heimkino setzt, wählt Modelle in 75 oder 85 Zoll.

Ein guter Kompromiss an dieser Stelle ist es, in ein niedrigeres Preissegment zu wechseln: So nimmt man unter Umständen das eine oder andere fehlende Feature in Kauf, hat dafür ein deutlich größeres Bild. Die alte Mär von Minimalabständen bei bestimmten Bildschirmdiagonalen kann man getrost ad acta legen: Mit hochauflösenden Inhalten muss man sich keine Sorgen darum machen.

4. Mehr Formate, mehr Kino

Gewisse Standards sollen dafür sorgen, dass das Kino 1:1 ins Wohnzimmer übertragen werden kann. Neben HDR+, Dolby Vision und für die Akustik Dolby Atmos und DTS:X kommt heuer auch das sogenannte "IMAX Enhanced"-Format hinzu, das kinogetreue Erlebnisse erschaffen soll. Erste Hersteller wie Sony oder Denon springen auf diesen Zug schon auf, freilich bleibt noch abzuwarten, ob sich das Format auch durchsetzt.

Von Dolby Vision und Dolby Atmos kann man zumindest schon bei Netlfix behaupten, dass es sich auszahlt: Extrem viele Inhalte werden in der HDR- und auch akustisch optimierten Variante angeboten. Von Exotentum kann also nur bedingt die Rede sein. Und das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen.

5. Lauter, bitte!

Mehr Bekenntnis zu vollem Klang ist bei den Herstellern auch deutlich herauszuhören. Das muss nicht unbedingt mit einer eigenen Surround-Anlage passieren. Auch wenn das für audiophile Gemüter natürlich immer noch die beste Lösung ist, hat man oft nicht den Platz und noch seltener das Geld dafür.

Es gibt aber auch andere smarte Lösungen, wie man den Klang wenigstens ein bisschen voller gestalten kann. Ein Single-Soundbar, also ein einzelner "akustischer Querbalken" unter dem Fernseher, kann schon deutlich mehr aus der akustischen Erfahrung herauskitzeln und ist heuer absolut im Trend. In Kombination mit einem Subwoofer lässt sich dann schon richtig Krawall machen.

Die neue Single-Soundbar von Sony kann sogar Dolby Atmos simulieren*

Eine besonders smarte Lösung hat Sony für Leute, denen selbst das schon zuviel sein sollte: Das unternehmen nutzt bei bestimmten TV-Modellen die Oberfläche des Bildschirms als Lautsprecher-Membran und sorgt so ohne Zusatzgeräte für einen räumlichen Klang.

6. Eine Steuerung für alles

Das Internet of things macht freilich und insbesondere nicht vor Unterhaltungselektronik halt und so mag es kaum verwundern, dass man mit aktuellen TV-Geräten oder Heimkino-Receivern theoretisch auch die Beleuchtung oder Heizung im Haus steuern kann. Oder damit den Staubsauger einschalten kann. Am besten per integrierter Sprachsteuerung.

"Theoretisch" nur deshalb, weil das Zusammenspiel der Geräte noch recht exotisch ist und die Sprachsteuerung nicht immer funktioniert. Aber der Trend ist klar abzulesen.

7. Voll Laser, wie das abgeht

Laserbeamer haben das Zeug, in den nächsten Jahren den Heimkinomarkt zu erobern. Das Prinzip dahinter ist Bilder aus kurzer Distanz auf die Wand zu projizieren und erspart sich daher die umständliche Installation traditioneller Projektoren. Bei längerer Lebensdauer und weniger Anfälligkeit. Größter Vorteil besteht darin, dass erste sinnvolle Modelle seit letztem Jahr auch in ein leistbares Preissegment unter 3.000 Euro gefallen sind. Aushängeschild für diese Wunderbeamer ist derzeit der LG Presto HU80KSW.

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