Technik zur Gebäudeanhebung soll Venedig retten: Hydrauliksystem hebt ganze Bauwerke

Technik zur Gebäudeanhebung soll Venedig retten: Hydrauliksystem hebt ganze Bauwerke

Die auf Restaurierungsarbeiten spezialisierte Soles SpA hat ihre Technik zur Anhebung von Gebäuden weiterentwickelt. Mit ihrem neuesten Vorhaben, dem "progetto Rialto", sollen weite Teile der vom Hochwasser bedrohten Lagunenstadt Venedig gerettet werden. Mithilfe von stempelartigen Stahlpfeilern ist nun in Forlì ein 500 Quadratmeter großes und 1.500 Tonnen schweres Wohnhaus angehoben worden und somit um einen Meter in die Höhe versetzt worden.

Der mit Hilfe von Hydraulikvorrichtungen im Fundamentboden angebrachten "Palo Soles" ist am unteren Ende mit einer Flansch versehen, deren Durchmesser je nach Arbeitsbreite 220 bis 600 Millimeter beträgt. "Bei unserer Technologie ist weder der Aushub von Erde noch der Abraum von Material erforderlich", erläutert Hauptgeschäftsführer Roberto Zago. Allerdings fallen erhebliche Kosten an. "Diese Dienstleistung kommt einschließlich der Vorarbeiten, der Bodenplattform und der Gebäudestabilisierung auf 2.500 Euro pro Quadratmeter. Unser Ziel ist es, mindestens zehn Prozent der venezianischen Paläste auf diese Weise vor dem Verfall zu retten", erläutert Zago das ambitionierte Ziel.

Bewegliche Staumauern
Damit das ehrgeizige Projekt in die Tat umgesetzt werden kann, ist die Bildung eines Firmenkonsortiums unter Beteiligung von Banken, Versicherungsgesellschaften und Privatleuten geplant. Gleichzeitig gilt es, zahlreiche Behörden und Ministerien zu überzeugen. Außerdem soll die Maßnahme in das an den Laguneneinfahrten im Bau befindliche Flutwehr aus beweglichen Staumauern (bekannt als "Mose") integriert werden.

Soles ist ein Anfang der sechziger Jahre entstandenes Unternehmen , das mittlerweile über hundert Mitarbeiter beschäftigt und im laufenden Jahr 23 Mio. Euro Umsatz erzielen wird. "Unsere Technologie hat ein riesiges Absatzpotential in vielen Teilen der Welt," bestätigt Zago. "Städte wie beispielsweise New Orleans oder Schanghai weisen ebenfalls Problematiken auf, die wir mit diesem Verfahren effizient lösen können."

Quelle: Redaktion/ pressetext.at