Team Stronach von

Geld für Franks Gefolge?

Internes Schriftstück soll über Posten- und Geldverteilung an Funktionäre berichten

Stronach in Fontana. © Bild: News Herrgott Ricardo

Zuletzt sorgte das Team Stronach in Tirol für Aufregung. Nun sorgt Niederösterreich für neue Aufregung bei Stronachs Partei. Dieses Mal geht es um eine angeblich vor der Wahl in Niederösterreich am 3. März formulierte Vereinbarung. Dabei sollen den Gefolgsleuten in internen Mails Posten und Geld versprochen worden sein. Das Schriftstück sei "nie unterschrieben" worden, reagierte die Bundespressestelle des Teams Stronach in einer Aussendung.

Bei der im "Kurier" abgedruckten sogenannten Vereinbarung mit Ludwig Buchinger und Franz Marchat - beide ehemalige Funktionsträger bei den NÖ Freiheitlichen - handle es sich lediglich "um einen Vorschlag, der weder von Frank Stronach oder von seinem Büro verfasst, noch autorisiert oder unterschrieben wurde, weil dieser den Grundsätzen von Frank Stronach widerspricht", wurde betont. "Wir sind eine junge Bewegung, die schnell wächst. Offenbar hat ein übereifriger niederösterreichischer Funktionär über das Ziel hinausgeschossen."

Der "Kurier" berichtete unter Hinweis auf das der Tageszeitung vorliegende Dokument, dass Buchinger Bundesrat werden sollte und für Marchat der Klubobmann-Posten vorgesehen gewesen sei. Für den Fall, dass es damit nichts werde, sollten "Zahlungen in der Höhe der jeweiligen Gehälter für die nächsten fünf Jahre fällig" werden.

Heftige Kritik von anderen Parteien

Die Vorgänge bei den Politsöldnern des "Onkel Frank" würden immer skurriler "und grenzen bereits an Wählerbetrug", stellte der Landesparteisekretär der NÖ Freiheitlichen, Abg. Christian Höbart, in einer Aussendung fest. Die "versprochenen finanziellen Zuwendungen beim Team Stronach in Niederösterreich zeigen, dass auch beim Wechsel von Nationalratsabgeordneten strenge rechtliche Bestimmungen notwendig sind. Ein Wechsel der Partei ist ausschließlich aus politischen Gründen akzeptabel. Jede Form von Käuflichkeit und finanziellen Begünstigungen muss drastisch bekämpft werden", reagierte Abg. Dieter Brosz (G).

Gabmann jun. wollte Funktion als NÖ-Obmann abgeben

Ernest Gabmann jun., Landesobmann des Team Stronach Niederösterreich, hat am Mittwoch auf APA-Anfrage bestätigt, dass er seine Funktion abgeben wollte. Er hätte es "für sinnvoll gehalten", dass die höchste politische Repräsentantin - die designierte Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger - "auch die Obmannschaft innehat". "Überhaupt nicht die Rede" könne davon sein, dass er das Team Stronach verlassen wolle.

Gabmann betonte, seinen Vorschlag in einer Parteisitzung am Montag vorgetragen zu haben. Er sei jedoch "einstimmig gebeten" worden, Landesobmann zu bleiben. Somit gebe es mit der Landesrätin, dem mit 3:2-Stimmen zum Klubchef gewählten Walter Laki und ihm, Gabmann, ein "Dreigestirn".

Bestätigt hat der Landesobmann auch den "Kurier"-Bericht, dass der Mistelbacher Bezirkschef des Team Stronach, Walter Wittmann, zurückgetreten ist. Es sei "einiger interner Kommunikationsaufwand da", fügte Gabmann hinzu.

Kommentare

Ob ein Schriftstück unterschrieben wurde oder nicht, ist eigentlich völlig wurscht. Allein das Darübernachdenken ist schon ein Zeugnis dafür, um welche Chaostruppe es sich da handelt. Geld, Geld und wieder Geld - eigentlich müsste Hr. Bucher frohlocken, ihm hat man es nicht geglaubt, aber wenn der Kurier es bringt... Na ja, es gibt nix im Leben, das man nicht erwarten kann, so auch das, dass es diese Truppe vor lauter Gier zerreisst. Und der Oberboss will ins Parlament, unglaublich, ein bisserl was an Moral, zumindest bei denen, die neue anfangen, hätte man sich eigentlich schon erwartet. Aber die sind ja ärger, als die Altgedienten, die haben es sich im Lauf der Jahrzehnte halt gerichtet, aber schon ums Geld zanken, bevor man noch irgendwo richtig eingezogen ist, unglaublich-

Wetten das es Team Stronach nicht mal bis zur Nationalratswahl schafft. Vorher wird es alle in der Luft zereissen.

Robert Cvrkal

Wenn Werte nur plakatiert werden ohne dass diese auch gelebt werden dann handelt es sich um hohle Phrasen. Wir brauchen in Österreich und auch in der EU eine Rückbesinnung auf wahre Werte.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/539756_Geisterflotte-EU.html

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