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Tausende Touristen verlassen von Vulkanausbruch bedrohte Insel Bali

Insel-Flughafen nahm Betrieb wieder auf - Zehntausende sitzen noch fest

Nach der Wiederaufnahme des Flugverkehrs auf Bali haben tausende Touristen die von einem Vulkanausbruch bedrohte indonesische Ferieninsel verlassen. Wie ein Flughafensprecher am Donnerstag sagte, wurden mehr als 4.500 Menschen ausgeflogen, allerdings saßen Zehntausende Urlauber weiter auf Bali fest. Auch in den Notunterkünften für die Einheimischen war die Lage angespannt.

"Die Dinge normalisierten sich schrittweise", sagte der Sprecher des internationalen Flughafens in der Inselhauptstadt Denpasar. Seit Mittwoch konnten demnach mehr als 4.500 Menschen Bali verlassen, etwa 3.200 von ihnen mit internationalen Flügen. "Gewisse Ausreisen finden statt", bestätigte Thomas Schnöll, Sprecher des Außenministeriums in Wien, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Wie viele der ursprünglich 550 Österreicher sich noch auf Bali befinden, ließe sich nur schwer in Zahlen fassen, vor allem weil die "Rückreise nicht ganz so einfach" sei. Manche Urlauber, die einen längeren Aufenthalt gebucht hätten, wollen auch gar nicht sofort nach Hause, sagte Schnöll. Außerdem gebe es jetzt bereits wieder Urlauber, die sich erst auf den Weg auf die Ferieninsel machen.

Der Flughafen auf Bali war am Montag wegen einer riesigen Aschewolke aus dem Vulkan Agung geschlossen worden. Hunderte Flüge wurden gestrichen, mehr als 120.000 Urlauber saßen deswegen auf der Insel fest. Am Mittwoch wurde der Flugverkehr vorerst wieder aufgenommen, weil die Vulkanasche in eine andere Richtung geweht wurde.

Trotzdem mussten zehntausende Touristen weiter auf ihre Ausreise warten. "Ich bin hier seit Montagabend gestrandet", sagte die Australierin Donna Lay. Der Indonesier Yayan, der wie viele seiner Landsleute nur einen Namen trägt, beschwerte sich, dass seine Fluggesellschaft ihn nicht über die Verzögerungen informiert habe.

Der Flughafen auf der nahegelegenen Insel Lombok war am Donnerstag erneut geschlossen, weil Asche und Rauch in Richtung des Flughafens zogen. Die Vulkanasche kann den Flugverkehr behindern, indem sie Start- und Landebahnen in Rutschbahnen verwandelt oder Flugzeugantriebe verstopft.

Zwar schien der Vulkan am Donnerstag weniger Asche und Rauch auszustoßen, die indonesische Vulkanologie-Behörde mahnte aber zur Vorsicht. Ein größerer Ausbruch könne jederzeit erfolgen, hieß es. Überdies ähnele die Aktivität des Agung den Entwicklungen, die sich vor dem letzten Ausbruch des Vulkans 1963 abspielten. Damals waren fast 1.600 Menschen ums Leben gekommen.

Wegen der Gefahr eines erneuten Ausbruchs des Agung riefen die Behörden bereits die höchste Warnstufe aus und forderten 100.000 Bewohner auf, die Umgebung des Vulkans zu verlassen. Wegen der ungewissen Lage leben zehntausende Indonesier in Notunterkünften. Dort gebe es Probleme wie mangelhafte sanitäre Anlagen und die Gefahr einer schnellen Ausbreitung von Krankheiten, sagte ein Arzt in einem der Evakuierungszentren.

Eine Studie der Universität Oxford legte unterdessen nahe, dass riesige Vulkanausbrüche statistisch deutlich häufiger vorkommen als bisher angenommen. Laut den neuen Berechnungen, die am Mittwoch im Fachblatt "Earth and Planetary Science Letters" veröffentlicht wurden, kommen sie etwa alle 17.000 Jahre vor. Bisher war von Zeiträumen zwischen 45.000 und 714.000 Jahren ausgegangen worden.

Vulkane stellten damit "für unsere menschliche Zivilisation eine größere Gefahr dar, als wir dachten", schrieben die Studienautoren. Bei den Super-Eruptionen stößt ein Vulkan so viel Asche aus, dass diese einen ganzen Kontinent bedecken oder durch eine Verdunkelung des Himmels für einen dauerhaften folgenschweren Kälteeinbruch sorgen kann. Der letzte riesige Vulkanausbruch war der Taupo in Neuseeland vor rund 25.000 Jahren.

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