Tausende wollen den "Spiel"-Berg sehen:
Verregnetes Opening des Red Bull Rings

25.000 Schaulustige bei der Eröffnung mit dabei Fahrzeuge und Flugzeuge unterschiedlichsten Alters

Die Motoren heulten nach Jahren wieder in Spielberg: Trotz Dauerregens pilgerten rund 25.000 Besucher zur Eröffnung des neuen Red Bull Rings ins obersteirische Aichfeld. Am Vortag waren bei der Medienvorstellung rund 300 Journalisten gekommen, um den jüngsten Streich von Dietrich Mateschitz, der medial sogar mit Erzherzog Johann verglichen wurde, in Augenschein zu nehmen. Während Veranstalter und Publikum vom ersten "Spieltag" begeistert waren, gab es unter den Anrainern auch Ausnahmen, die den Sonntagslärm "nicht lustig" fanden.

Laut Ringmanagement waren bei dem "bescheidenen" Wetter so viele gekommen, wie man sich bei bestem Wetter erwartet hätte. So erkundeten mit Regenschirmen bewaffnete PS-Begeisterte das Fahrerlager, jubelten Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel zu oder bestaunten die rund 160, zum Großteil historischen Sportwagen. Am dichtesten belagert war Box Nummer sechs, jene von Red Bull Racing: Hier verewigten sich Vettel und Helmut Marko für die Wiener "Straße der Sieger" mit Fuß- und Handabdrücken.

Autogrammjäger im Großeinsatz
Die Eröffnungsshow brachte von waghalsigen Stunts bei der Streetbike-Freestyle-Show auf der Start-Ziel-Geraden über einen Flottenüberflug der "Flying Bulls" bis hin zum Formel-1-Showrun mit Red Bull Racing und Scuderia Toro Rosso und dem historischen Formel-1-Rennen. Hunderte Autogramme wurden von den Piloten geschrieben.

Am Medientag war mit Bernie Ecclestone ein Überraschungsgast aufgetaucht. "Es ist fantastisch, was hier passiert ist. Das hätte schon vor zehn Jahren geschehen sollen. Es ist einfach super", sparte der 80-jährige Brite nicht mit Lob. Sein Besuch wurde auch als Referenz gegenüber dem Hausherrn und Investor Dietrich Marteschitz gewertet, der von allen Seiten Ovationen empfing und selbst meinte: "Eine schöne, von Emotionen getragene Tradition lebt nach einer Nachdenkpause wieder auf".

"Es war ganz schön laut"
Aus Sicht der Exekutive, die mit knapp 100 Beamten rund um den Ring im Einsatz war, verlief bis zum Sonntagnachmittag "alles ruhig und problemlos". Bei der Anreise hatte es so gut wie keine Staus gegeben.

Abseits der Rennstrecke gab es aber auch kritische Töne: "Es war ganz schön laut und nicht wirklich lustig", kommentierte Anrainer-Ombudsmann Karl Arbesser. 70 bis 75 dB seien an der Messstation in der Siedlung Am Sonnenring zeitweise erreicht worden. Über die tatsächlichen Lärmwerte werde er erst in den kommenden Tagen seriös etwas sagen können, "durch das schlechte Wetter ist meine Stimmung besser".

(apa/red)