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Homosexuelle demonstrierten in Prag für mehr Rechte

Christliche Gegner hatten zu einem "Marsch für die Familie" aufgerufen

Mit Regenbogenfahnen und teils ausgefallenen Kostümen haben Tausende Menschen in Prag für mehr Respekt gegenüber Homosexuellen demonstriert. Die bunte Parade am Samstag war der Höhepunkt des Festivals "Prague Pride", das bereits zum siebten Mal stattfand.

Hunderte Polizisten sorgten für die Sicherheit auf der vier Kilometer langen Strecke durch das Stadtzentrum. Christliche Gegner der Aktion hatten zu einem "Marsch für die Familie" aufgerufen.

Viele Teilnehmer trugen schrille und ausgefallene Kostüme. Der Travestietänzer Petr Vostarek sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Tschechen seien in den 1990er-Jahren toleranter als heute gewesen. "In letzter Zeit spürt man einen aggressiveren Ton gegenüber Minderheiten", kritisierte der 45-Jährige, der unter dem Künstlernamen "Chi Chi Tornado" auch international auftritt.

Auf dem Programm des einwöchigen lesbisch-schwulen Festivals standen beispielsweise auch Diskussionsveranstaltungen und Konzerte. "Wir wollen nicht nur toleriert, sondern akzeptiert werden", sagte Festivaldirektorin Katerina Saparova.

In Tschechien gibt es bisher weder eine Ehe für alle noch ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

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