Tausende Österreicher gehen gegen AWD
vor: Sammelklage gegen den Finanzberater

Deutsche wegen Immofinanz-Aktien in Bedrängnis Experte: "Konsumenten haben hier gute Chancen"

Tausende Österreicher gehen gegen AWD
vor: Sammelklage gegen den Finanzberater © Bild: APA/DPA/Rainer Jensen

Der deutsche Finanzberater AWD kommt in Bedrängnis. Der Verein für Konsumenteninformation droht dem Unternehmen jetzt mit einer rekordverdächtigen Sammelklage. Tausende Österreicher beteiligen sich an der Klage, die damit zur vermutlich größten Sammelklage anwachsen wird, die es in Österreich je gab.

Die deutsche Prozesskosten-
Finanzierungsgesellschaft FORIS AG übernimmt das Kostenrisiko der Sammelklagen des VKI gegen den Finanzberater AWD. "Für den VKI und vor allem für die geschädigten Konsumentinnen und Konsumenten ein erster wichtiger Teilerfolg", so Peter Kolba, Chefjurist des VKI. "Die Konsumenten haben eine gute Chance, zu ihrem Recht zu kommen und müssen dafür kein Prozesskostenrisiko übernehmen." Wer als AWD-Beschwerdeführer allerdings eine Deckung durch eine Rechtsschutzversicherung hat, für den ist die Teilnahme an der VKI-Sammelklage wirtschaftlich nicht sinnvoll.

4.500 Personen geschädigt?
Der Schaden ist groß: Bis zum Ende der Sammelaktion des Vereins für Konsumenteninformation meldeten sich 4.500 Personen, die sich durch AWD-Beratungen beim Ankauf von Immofinanz- und Immoeast-Aktien geschädigt fühlen. Der geschätzte Gesamtschaden beträgt mehr als 45 Millionen Euro. "Darunter haben einige ihre gesamten Ersparnisse verloren", betont VKI-Geschäftsführer Josef Kubitschek. "Wir wollen für die Geschädigten eine rasche und zufriedenstellende Lösung. Wenn sich AWD weiterhin unnachgiebig zeigt, werden die Gerichte entscheiden. Wir sind zuversichtlich und gemeinsam mit FORIS gut gerüstet."

Der VKI hat die Sammelaktion mit 15. Jänner geschlossen. Für die nun anstehende Organisation von Sammelklagen gegen AWD hat der Verein für Konsumenteninformation mit der deutschen Prozessfinanzierungsgesellschaft FORIS AG einen erfahrenen Partner gefunden. FORIS AG wird das Kostenrisiko der Sammelklagen-Aktion übernehmen, die Teilnehmer werden im Gegenzug eine Erfolgsquote zahlen.
(apa/red)