Tatort-Vorspann von

Alle gegen Til Schweiger

Kritik von zahlreichen Kollegen und der Polizei selbst

Tatort-Vorspann - Alle gegen Til Schweiger © Bild: Getty Images/Hannes Magerstaedt

Krassnitzer dazu im NEWS.AT-Chat.

Simone Thomalla, die in Leipzig als Eva Saalfeld Verbrecher jagt, hatte sich als erste über Til Schweigers Aussage empört gezeigt, nun pflichten ihr andere Kollegen im Magazin "Closer" bei. Für Adele Neuhauser, die in der Krimireihe als Bibi Fellner in Wien ermittelt, ist der Vorspann nicht wegzudenken - "auch wenn er vielleicht nicht mehr zeitgemäß sein sollte".

"Dann lieber den Kommissar auswechseln"
Der künftige Hamburger Ermittler Schweiger hatte den Fadenkreuz-Vorspann des TV-Dauerbrenners "outdated" und "scheiße" genannt und vorgeschlagen, ihn abzuschaffen. "Jetzt schießen die 'Tatort'-Kommissare scharf gegen Schweiger", berichtet nun "Closer". "Ich finde den Vorspann, gerade weil er so alt und dadurch Kult ist, wunderbar. Der soll bleiben!", forderte Schauspielerin Ulrike Folkerts, die als Lena Odenthal in Ludwigshafen ermittelt. Peter Sodann (Ex-Kommissar Bruno Ehrlicher/Leipzig) riet, all diese Dinge dringend zu erhalten. Sodann: "Dann lieber den Kommissar auswechseln. Das wäre klüger."

"Eulenspiegel ist kein Martin Luther"
Dominic Raacke (Till Ritter/Berlin) sieht im Vorspann "ein Heiligtum", das sich nicht einfach ändern lasse. Für Ulrich Tukur (Felix Murot/Wiesbaden) ist der "Tatort" "eine Kirche mit einer großen, gläubigen Gemeinde". "Am Wochenende ist Gottesdienst. Eine Kirche erneuert man spirituell und von innen heraus und nicht, indem man den Glockenturm abreißt", sagte er. "Auch ist Eulenspiegel (damit ist wohl Til gemeint, Anm.) kein Martin Luther. Bis der auftaucht, um sein großes Reformwerk zu beginnen, sollen die Glocken die Messe ruhig weiter in gewohnter Manier einläuten."

Sogar Polizei kritisiert Schweiger-Vorstoß
Dass Til Schweiger mit der Forderung wohl wirklich einen Nerv getroffen hat, beweist, dass sich nun auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter zu Wort meldet. Dieser sprach sich ebenfalls für den Erhalt des über 40 Jahre alten Vorspanns mit den Augen im Fadenkreuz und den Beinen eines Flüchtenden hinter psychedelischen Streifen ausgesprochen.

"Die Tatort-Reihe (...) ist einfach Kult. Es zeugt schon ein wenig von Arroganz, wenn der Möchtegern-Ermittler Til Schweiger bereits vor der allerersten Klappe das unverwechselbare Markenzeichen des Tatorts, den Vorspann, nun abschaffen will, weil er ihn 'outdated' findet", so der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz in einer Pressemitteilung.

BDK-Chef Schulz, der selbst Kriminalhauptkommissar in Hamburg ist, meinte weiter: "Für Schweiger sollte es eine Ehre sein, einen Kriminalbeamten im Tatort spielen zu dürfen. Ein bisschen Demut für die angebotene Rolle und weniger Überheblichkeit würde ihm gut tun."

Kommentare

Till Schweiger soll besser schweigen, oder SPRECHEN LERNEN!

Wenn er verständlich Deutsch sprechen kann, kann er ja erklären, was ihn als Newcomer befähigt, sein Maul so weit aufzureissen! Und vor allem, mit welchem Recht er seine Forderungen stellt?

Sehr verständlich ist für mich, dass die Mehrheit gegen ihn als Tatort-Kommissar ist! Er ist sicher ein sehr guter Schauspieler, aber beim Tatort kommt es auf mehr an, als er bieten kann!

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