TV-Krimi von

"Tatort" Waldviertel: Ein herrliches Stück Unterhaltung

Auch wenn der neue Austro-Fall etwas lasch geriet, lohnte sich das Einschalten

Tatort Wien © Bild: ORF/Allegro Film/Hubert Mican

Nach zahlreichen trostlosen, deprimierenden oder brutalen „Tatort“-Folgen war gestern Abend wieder das Wiener Team an der Reihe und brachte endlich etwas Auflockerung in den Drama-Alltag der Krimisendung. Dass die Handlung dabei etwas nebenher plätscherte, störte nicht einmal wirklich.

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Gestern Abend waren wieder Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) am Zug. Das Wiener Kriminalisten-Duo ermittelte in einem neuen Fall und wurde dafür ins nördliche Waldviertel zum Grenzfluss Thaya entsandt, weil dieser einen Toten via Kanu aus Tschechien ins Land brachte.

Der Mann, ein Tscheche, war, wie sich rasch herausstellt, hochrangiges Mitglied des tschechischen Geheimdienstes, der – natürlich – ermordet wurde. Doch neben dem aktuellen Fall ging es in der gestrigen Folge hauptsächlich um die Vergangenheit, um die Zeit des Prager Frühlings, um Morde in der Grenzregion, nicht aufgearbeitete Familientragödien und um archäologische Ausgrabungen.

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© ORF/Allegro Film/Hubert Mican Geniales Duo: Krassnitzer/Neuhauser

Fall als Nebensache

Dabei war der Fall, den Eisner und Fellner gestern Abend aufzuklären hatten, nicht unbedingt der beste, der dem Ermittler-Duo bislang vorgesetzt wurde. Dennoch lohnte sich das Einschalten auf jeden Fall, denn neben den schönen Landschaftsausnahmen aus dem Naturpark Thayatal gab es Moritz und Bibi pur. Die beiden Austro-Kommissare bieten derzeit den wohl besten Witz unter den „Tatort“-Ermittlern und ließen auch gestern die Zuschauer mit Sicherheit des öfteren laut auflachen. Ganz dem Motto „Was sich liebt, das grantelt sich an“ gab es sogar eine kleine Eifersuchtsszene inklusive, die aber nicht zu überdramatisiert wurde.

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© ORF/Allegro Film/Hubert Mican Andrea Clausen überzeugte als Archäologin

Neben dem kongenialen Duo Krassnitzer/Neuhauser überzeugte vor allem die universitäre Archäologin, Burgschauspielerin Andrea Clausen, mit ihrem ruhigen, trockenen Witz, der die Emittler perfekt umspielte. Sehr gelungen auch eine Szene, in der der Fall aus forensischer Sicht in einer Univorlesung aufgearbeitet wird.

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© ORF/Allegro Film/Hubert Mican Thomas Stipsits kam noch nicht so ganz zur Geltung

Stipsits als Dauer-Sidekick?

Ob Thomas Stipsits als „Fredo“ Schimpf als neuer Sidekick des Duos Eisner/Fellner auf längere Sicht eingeführt wurde, ist noch nicht klar. Gebraucht wird er im Wiener Kommissariat allerdings nicht wirklich, da Krassnitzer und Neuhauser neben den Fällen auch ihr Publikum derzeit perfekt in der Hand haben.

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