Tatort Konstanz von

Spannung pur

Dramatische und beklemmende Episode rund um einen Kinderschänder am Bodensee

Tatort Konstanz © Bild: ORF/ARD/Peter Hollenbach

Der „Nachtkrapp“ ging gestern Abend in Konstanz um. Die Kinderschreckfigur trieb ihr Unwesen in Konstanz am Bodensee, wo wieder das „Tatort“-Team ermittelte. Dieses Mal rund um das Thema sexuelle Gewalt und Kindsmord. Es war eine äußerst spannende Folge der Krimi-Reihe, die das Publikum zu sehen bekam.

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Der Albtraum aller Eltern passiert in Konstanz: Das Kind, Beat Noll, fährt mit der Schulklasse weg, verschwindet in der Nacht und wird am nächsten Tag tot, geschunden und missbraucht in einem See gefunden. Der kleine, schmächtige, rothaarige Junge hat die Klassenreise nicht überlebt. Dafür aber sein bester Freund, Moritz, schmal, braunhaarig und schön. Der hat nämlich am Abend vor dem Mord mit Beat das Bett getauscht – und sollte das eigentliche Opfer sein.

Es ist Kommissarin Blum (Eva Mattes), die den Fall am Bodensee übernimmt. Zu ihrer Hilfe in diesem sehr emotionalen Fall kommt Matteo Lüthi (Roland Koch) aus der Schweiz, was Blum und ihren Kollegen Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) gar nicht freut. Der Gesandte ermittelt nämlich auf seine eigene Faust und Teamarbeit ist für ihn ein Fremdwort. Doch ein Team wäre gerade in diesem Fall wichtig, da der erst verhaftete Hauptverdächtige, Holger Nussbaum, doch nicht der Täter ist. Blum hat ihn, Nussbaum, bereits vor 15 Jahren wegen sexuellen Missbrauchs an einem Jungen verurteilt, muss aber feststellen, dass sie sich damals schon geirrt hatte. Doch dieser ist noch immer sauer und entführt die Kommissarin, um sich zu rächen und Geld zu erpressen.

Dramatisches Finale

Währenddessen läuft der wahre Täter und Mörder von Beat immer noch frei herum, während das eigentliche Opfer Moritz bei Kommissar Lüthi untergebracht ist, da dessen Eltern in Singapur sind. Und auch dort ist er nicht sicher, denn Täter Andreas Bogener (Michael Krabbe), ist auf dem Weg zu jenem Bootshaus, in dem Lüthi Moritz versteckt hält. Im dramatischen Finale bringt der „Nachtkrapp“, der ein Getriebener ist und sich vor sich selbst und seiner krankhaften Neigung ekelt, das Kind in seine Gewalt. Doch noch bevor die Polizei das Kind befreien kann, geschieht ein zweiter Mord: Es ist allerdings nicht Moritz, sondern Bogener selbst, der stirbt. Der Sexualtriebtäter hat Selbstmord begangen.

Es war ein überaus spannender und gut inszenierter „Tatort“, den Regisseur Winczewski inszeniert hat. Mit einer Thematik, die niemanden kalt lässt und einer sonst so souveränen Kommissarin, die mit ihrer Vergangenheit kämpft, wühlte er viele Emotionen auf und ließ den Zuschauer auch nach dem Abspann noch mit einem beklemmenden Gefühl zurück.

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