Blackout von

Tatort-Jubiläum

Lena Odenthal begibt sich in ihrem 60. "Tatort"-Fall auf die Suche nach dem Täter

Tatort © Bild: ORF/ARD/Alexander Kluge

Ein Architekt wird tot in einer Musterwohnung aufgefunden: betäubt, brutal misshandelt, erstickt. Die einzige Zeugin kann sich an nichts erinnern, sie stand in der Tatnacht unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen. Die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal begibt sich in ihrem 60. "Tatort"-Fall, der am Sonntag (20.15 Uhr, ORF 2) gezeigt wird, auf die Suche nach dem Täter und einem möglichen Motiv.

Wusste die Frau des Opfers von den zahlreichen Seitensprüngen ihres Mannes? Wollte der Bruder mit dem Mord seiner Entlassung aus der Firma zuvorkommen? Und was ist mit dem besten Freund und Angestellten des Ermordeten? Im Fokus der "Tatort"-Jubiläums-Folge "Blackout" stehen aber weniger die Ermittlungen an dem Fall, als vielmehr die Person Odenthal und ihre emotionale Verfassung.

Die Kommissarin stößt an ihre körperlichen und seelischen Grenzen - und muss persönlich viel wegstecken. Lena merke, dass diese eine Leiche die Leiche zu viel war, sagt Schauspielerin Ulrike Folkerts dazu. "In 'Blackout' hatte Lena Odenthal die Möglichkeit zu zeigen, was passiert, wenn eine Kommissarin aus dem Gleichgewicht gerät, wenn sie Fehler begeht, wenn sie nicht mehr funktioniert wie bisher, wenn sie ausrastet, ungerecht wird, unfähig wird, sich mitzuteilen", erläutert Folkerts in einem dpa-Interview. Die Ermittlerin kann nicht mehr schlafen, ständig ist ihr schwindlig, bis sie schließlich auf der Straße zusammenbricht, der Notarzt muss kommen.

Erste Folge mit Odenthal vor 25 Jahren

Die erste Folge mit Odenthal ("Die Neue") lief vor 25 Jahren am 29. Oktober 1989. Damit ist die Kommissarin in der Krimireihe die dienstälteste. Da Kollege Mario Kopper (Andreas Hoppe) bei "Blackout" im Urlaub ist, vertritt ihn die junge und dynamische Beamtin vom Landeskriminalamt Johanna Stern (Lisa Bitter) - mit neuen Ermittlungsmethoden. Während Odenthal meist intuitiv handelt, geht Stern systematischer vor: Sie macht Fotos vom Tatort, nimmt die Verdächtigen mit der Videokamera auf, durchstöbert Datenbanken, Statistiken, sie vergleicht und analysiert.

Eigentlich ist Stern "Spezialistin für operative Fallanalysen" beim LKA. Odenthal begegnet der Neuen skeptisch bis irritiert, ihre missbilligenden Blicke lassen oft eine gewisse Situationskomik entstehen. "Da kommt eine junge Kollegin dazu, die Odenthal mit ihrer Art, zu ermitteln, echt auf die Nerven geht", sagt die 53-jährige Folkerts. "Aber wir brauchten solch einen Störenfried." Schauspiel-Kollege Hoppe ergänzte, man habe neue Konstellationen und Einflüsse gebraucht.

Neuer Schwung im "Tatort"

Die Spannung zwischen den Charakteren bringt tatsächlich neuen Schwung in den "Tatort" vom Südwestrundfunk, sie wirkt erfrischend. Vor allem der Konflikt zwischen den Generationen wird thematisiert. Das nimmt durchaus komische Züge an, wenn Stern die Kollegin Odenthal mit ihrer Oma vergleicht - und sie damit sichtlich verärgert.

Auch der Fall entwickelt sich zu einem Kampf der Generationen. Und unterschiedlicher Methoden: Technik gegen jahrelange Erfahrung und Bauchgefühl. Am Ende muss sich Odenthal eingestehen, dass sie von der neuen Kollegin einiges lernen kann. Nicht nur im Berufsleben.

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