Wer war der Täter? von

Rätselhafter Berlin Tatort

Letzter Tatort mit Till Ritter stellt viele Fragen - und gibt fast keine Antworten

  • Tatort Berlin "Großer schwarzer Vogel"
    Bild 1 von 21 © Bild: APA/ARD/Conny Klein

    Tatort Berlin: "Großer schwarzer Vogel"

  • Tatort Berlin "Großer schwarzer Vogel"
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    Tatort Berlin: "Großer schwarzer Vogel"

Es war der letzte Tatort mit Dominic Raacke als Ermittler Till Ritter. Zusammen mit seinem Kollegen Boris Aljinovic als Felix Stark ging er im Berliner Tatort einem Briefbombenattentat nach. Dabei war der Titel "Großer schwarzer Vogel" Programm: viele Andeutungen, viel Gefeder, viel Melancholie - und nichts dahinter.

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Ritter und Stark müssen das Feld räumen: Sonntag Abend hatte man zum letzten Mal die Chance, die beiden gemeinsam ermitteln zu sehen. Als die Tatort-Folge "Großer schwarzer Vogel" abgedreht wurde, wussten die Herren noch nichts davon, dass sie gerade ihre Abschiedsvorstellung gaben. Ob es viel geändert hätte, wenn sie eingeweiht gewesen wären? Am Drehbuch hätten sie sowieso nicht viel ändern können. Und diese Geschichte ließ so oder so nicht viel Raum für ein großartiges Adieu.

Schnell erzählt

Der Radiomoderator Nico Lohmann soll Opfer eines Briefbombenattentats werden. Stattdessen trifft es den Sohn der Putzfrau. Dass das gefährliche Paket eigentlich für jemand anderen gedacht war, ist schnell geklärt. Stellt sich nur die Frage nach dem Warum? Könnte es ein aggressiver Anhörer aus Lohmanns nächtlicher Radioshow sein? Oder seine enttäuschte Ex Henriette? Was haben sein tyrannischer Vater, die verbockte Karriere als Schwimmer und die daraus resultierenden Depressionen mit der Paketbombe zu tun? Oder hängt all das mit einem Autounfall zusammen, in den der Moderator involviert war und bei dem eine Frau und ihr Kind starben?

Fragen ohne Antworten

Viele Hinweise, viel Gefrage, unzählige bedeutungsschwangere Symbole - beim Berliner Tatort wurde der Fall in alle Richtungen gedreht und gewendet. Und das bis zur Verständnislosigkeit. So verwunderte eine mysteriöse Hotelzimmerreservierung, die schon 6 Jahre im Voraus organisiert worden war. Geht das überhaupt? Und wer hatte sie vorgenommen? Die Briefbombe wurde per Motorrad gebracht. Aber auch nach 90 Minuten weiß man nicht, wer der Fahrer war. Ein durchs Haus huschender Schatten vermittelt Gruselstimmung. Sie erahnen es schon - zu wem der Schatten gehörte, bleibt ungelöst. Fast schon penetrant häufig wurden Krähen eingeblendet, die über dem Ort des Autounfalls kreisten und am Ende endlich davonflogen. Stehen sie für die Seelen der beiden Unfallopfer, die (wenigstens das klärt sich auf) Lohmann auf dem Gewissen hat?

Und der Täter ist...

So viel ist auf jeden Fall klar: dieser Tatort ließ den Zuschauer mit zahlreichen Fragezeichen zurück. Und dem unguten Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Nicht einmal einen würdigen Abschied gab es für Ritter - nach immerhin 30 Berliner Tatorten. Wer "Großer schwarzer Vogel" nicht gesehen hat, dem kann man nur eines raten: belassen Sie es dabei. Außer Sie stehen auf Rätsel, für die es keine Lösung gibt. Und wer ihn gesehen hat und sich noch immer fragt, wer der Täter ist - der Vater, der bei dem Unfall Frau und Kind verloren hat. Oder doch die Ex-Freundin? Vielleicht auch beide? Sie haben die freie Wahl!

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