Tarifkonflikt bei deutscher Bahn: Ex-CDU- Politiker Biedenkopf und Geißler vermitteln

Gewerkschaft setzt Streiks bis auf weiteres aus

Tarifkonflikt bei deutscher Bahn: Ex-CDU- Politiker Biedenkopf und Geißler vermitteln

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn soll nun eine Vermittlung den Durchbruch bringen. Unternehmen und Lokführergewerkschaft GDL verständigten sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf die beiden früheren CDU- Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler als Vermittler. Davor hatte die GDL im morgendlichen Berufsverkehr die S-Bahnen in Berlin und Hamburg bestreikt.

Die Hoffnungen der GDL richten sich nun auf die Verhandlung des Nürnberger Arbeitsgerichts, das am Freitag über eine Aufhebung des Streikverbots im Fern- und Güterverkehr zu befinden hat. Per Eilbeschluss hatten die Richter einen bundesweiten Ausstand gestoppt, die mündliche Verhandlung findet vor der gleichen Kammer statt. Außerdem prüft die GDL einen Widerspruch gegen das weitgehende Verbot eines Arbeitskampfes im Nahverkehr, das das Arbeitsgericht Chemnitz verhängt hat und von dem lediglich die S-Bahnen in Berlin und Hamburg ausgenommen sind.

Die Bahn forderte die Gewerkschaft erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir müssen verhandeln. Es hilft jetzt nichts, uns gegenseitig etwas vorzuwerfen", sagte Personalvorstand Suckale. Der Gang zum Gericht sei für das Unternehmen das letzte Mittel gewesen, weil sich die GDL Verhandlungen verweigert habe. Natürlich erkenne der Konzern das Streikrecht an, die Verhältnismäßigkeit müsse aber gewahrt bleiben. "Wir sind nicht damit einverstanden, dass hier 8.000 Streikwillige androhen, Millionen von Menschen in Deutschland lahmzulegen", betonte Suckale.

Die GDL blieb bei ihrer Hauptforderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag hart und wertete die S-Bahnstreiks als Erfolg. "Wir haben noch einmal ein deutliches Zeichen an den DB-Vorstand gesandt, dass er sich bewegen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen muss", sagte GDL-Sprecher Brandenburger.

(apa/red)