Taliban-Geiseln sind "in guter Verfassung"?
Arzt hat Telefonkontakt mit den Entführern

Südkoreaner alle 6-8 Stunden an anderen Ort verlegt Geiseln wurden mittlerweile in Gruppen aufgeteilt

Die seit sechs Wochen in Afghanistan entführten 19 Südkoreaner werden von den Geiselnehmern offenbar ständig an andere Orte verlegt. Den Entführten gehe es aber trotzdem relativ gut, sagte der Arzt Mohammad Hashim Wahaaj, der Kontakt zu einem Taliban-Kommandanten unterhält. Die Medikamente wurden von der Klinik vor zwei Wochen an die südkoreanischen Geiseln übermittelt.

Er habe die Geiseln nicht selbst untersuchen können, aber alle Fragen telefonisch mit den Entführern besprochen, sagte Wahaaj. Er telefoniere regelmäßig mit Mullah Mansour, dem Taliban-Kommandanten in der Region, in der die Südkoreaner am 19. Juli entführt wurden. Die Geiseln seien inzwischen in mehrere Gruppen aufgeteilt worden und würden alle sechs bis acht Stunden an einen anderen Ort gebracht, um die Fahndung der afghanischen Sicherheitskräfte zu erschweren.

Die Taliban hatten zunächst 23 Südkoreaner entführt, zwei wurden getötet und zwei freigelassen. Sie fordern den Abzug der rund 200 südkoreanischen Soldaten und die Freilassung von Gefangenen.

Von dem vor mehr als einem Monat in Afghanistan entführten deutschen Ingenieur Rudolf B. wurde erneut ein Video ausgestrahlt. Darin macht der 62-Jährige einen sehr geschwächten Eindruck. "Ich bin ein Gefangener der Taliban. Wir leben in den Bergen", erklärte B. in dem Video. Die Bedingungen seien sehr schlecht. "Bitte helft uns", flehte der Ingenieur.

(apa)