Taliban fordern Gefangenenaustausch für deutsche Geisel: USA offenbar gegen Lösung

Washington gegen Gefangenenaustausch mit Taliban Entführte Südkoreaner erneut mit Ermordung bedroht

Die radikalislamischen Taliban haben für die Freilassung des in Afghanistan entführten Deutschen erneut einen Gefangenenaustausch gefordert. Der Ingenieur Rudolf B. könne freikommen, wenn die afghanische Regierung zehn inhaftierte Taliban-Kämpfer freilasse, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahed in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP.

"Wenn die Gefangenen nicht befreit werden, bleiben der Ingenieur und seine vier afghanischen Kollegen in Haft." Einer Lösung stellten sich jedoch offenbar die USA entgegen, sagte Mujahed. Washington tritt entschieden gegen einen Gefangenenaustausch mit den Taliban ein. Zugleich betonte Mujahed, dass der entführte Deutsche krank sei.

Die 19 in Afghanistan entführten Südkoreaner wurden erneut mit dem Tod bedroht. "Wenn die Forderungen der Taliban nicht erfüllt werden, werden die südkoreanischen Geiseln getötet", sagte Mujahed. Eine Frist zur Erfüllung der Forderung sei noch nicht festgelegt worden.

Die Islamisten hatten die Freilassung von inhaftierten Mitstreitern verlangt. Mujahed sagte weiter, der Gesundheitszustand der Südkoreaner sei nach einmonatiger Geiselhaft "nicht gut". "Die klimatischen Bedingungen und das Fehlen angemessener Nahrung hat ihre Lebensbedingungen sehr erschwert. Die meisten von ihnen sind krank."

Rudolf B. war am 18. Juli gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Rüdiger D. in der südlichen Region Wardak verschleppt worden. Rüdiger D. wurde nach einem Kreislaufkollaps von seinen Entführern erschossen. Am 19. Juli hatten die Taliban dann insgesamt 23 südkoreanische Christen entführt. Zwei der verschleppten Männer wurden von den Entführern erschossen, zwei kranke Frauen wurden vergangene Woche freigelassen.

(apa/red)