Taliban von

Als Mädchen getarnt

Taliban geben sich als attraktive Mädchen aus, um Soldaten auszuhorchen

Taliban geben sich als Maedchen aus © Bild: 2011 AFP

Laut Berichten der in Afghanistan stationierten australischen Armee versuchen die Taliban durch falsche Facebook-Profile an Insider-Informationen der Soldaten zu gelangen. Die radikalen Islamisten geben sich auf dem sozialen Netzwerk als attraktive Mädchen aus und hoffen auf diesem Weg auf eine Freundschaftsanfrage von den gegnerischen Soldaten.

Die westlichen Einsatztruppen werden jetzt von den Behörden vor den falschen Freundinnen gewarnt.

Problem wird unterschätzt

Die australischen Behörden stellen in einem Bericht ein großes Sicherheitsrisiko fest und orten einen unverantwortlichen Umgang der Militärs mit Facebook. In dem Bericht steht, dass das Problem "offensichtlich unterschätzt" wird und dass sich die Soldaten "in trügerischer Sicherheit wiegen". Die Behörden warnen ausdrücklich vor gefälschten Profilen und Taliban, die sich als attraktive Mädchen ausgeben, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Aufständische Taliban greifen immer öfter zu modernen Mitteln, um Terroristen zu rekrutieren und Attacken auf US-Einrichtungen zu provozieren. "Es ist noch zu früh, um von einem Trend zu sprechen. Man kann aber sagen, dass die Taliban, wie der Rest der Welt, auf sozialen Netzwerken präsent sind. Wie effektiv sie tatsächlich sind, können wir noch nicht einschätzen", beschreibt T.G. Taylor von der US-Army die Situation.

Auch Twitter infiltriert

Aber nicht nur Facebook ist ins Visier der Taliban geraten. Auch Twitter wird von den Radikalen zunehmend für PR-Zwecke eingesetzt. Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid sagt, dass man die Nutzung des Internets sofort verbieten würde, wenn es für "antiislamische" Zwecke genutzt würde. Fürs Erste sei man aber damit zufrieden, es für eigene PR-Zwecke einzusetzen: "Die Führung des islamischen Emirats Afghanistan betrachtet soziale Medien als nützliches Werkzeug, um Botschaften an die afghanische Bevölkerung und Ausländer weiterzugeben."

Die Taliban sind nicht die einzige radikale Organisation, die das Internet für sich entdeckt hat. Wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, sind am Sonntag Anhänger der "Syrian Electronic Army" in das Netzwerk des Medienunternehmens eingedrungen und haben gefälschte Nachrichten an die Nutzer versendet. Es wurde das Gerücht verbreitet, dass der Premierminister von Katar einem Attentat entflohen sei.

Neue Regeln bis Weihnachten

Die Anfälligkeit der westlichen Streitkräfte hat eine Kritikwelle ausgelöst. Viele Militärs verlangen ein absolutes Verbot von Facebook und Twitter. "Ich beobachte viele Soldaten, die Bilder und Informationen veröffentlichen, die für die Taliban interessant sein könnten", sagt ein Soldat gegenüber dem Sunday Telegraph. Das australische Verteidigungsministerium hat mittlerweile angekündigt, neue Regeln für soziale Medien ausarbeiten zu wollen und sie bis Weihnachten in die Tat umzusetzen.

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