Philippinen von

Österreicher helfen Taifun-Opfern

Bis zu 400 Menschen werden täglich im Feldspital der Samariter versorgt

Der Samariterbund hilft auf den Philippinen © Bild: APA/Samariterbund

Die durch den Taifun "Haiyan" obdachlos gewordenen Menschen auf den Philippinen leiden unter Infektionskrankheiten, Durchfall durch verschmutztes Wasser und Mangelernährung. Mit dem Ende der Regenzeit kommen erste Fälle von Denguefieber auf. "Die Leute dort brauchen wirklich Hilfe", sagte Manfred Führer vom Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (ASBÖ) im Interview mit der APA.

"Die Unterstützung darf jetzt nicht nachlassen", appellierte der Sonntagfrüh aus der Katastrophenregion zurückgekehrte Helfer. Der ASBÖ ist noch mindestens zwei Wochen mit einem zwölfköpfigen Medic-Team in Bogo in der Provinz Cebu im Norden des Inselstaates im Einsatz. 300 bis 400 Menschen strömen Tag für Tag in das vor dem örtlichen Krankenhaus errichtete Feldspital.

"Wir untersuchen alle Patienten, die dort Hilfe suchen, und versuchen auch, so viele wie möglich selbst zu behandeln", schilderte Führer. Nur Operationen und länger andauernde Versorgung finden im eigentlichen Krankenhaus statt. "Das besteht aus 20 Betten, einem Röntgengerät und einem kleinen Labor und würde der Menschenmassen nie Herr werden."

Probleme bereiten vor allem Infektionen der Atemwege und der Haut, Durchfallerkrankungen und Austrocknung - sauberes Wasser ist in vielen Gebieten wie Nahrung auch fast zweieinhalb Wochen nach der Katastrophe Mangelware. "Wir hatten eine Familie, die mit einem wenige Monate alten Säugling zum Glück aus der Katastrophenzone flüchten konnte. Weil es unterwegs keine Milch und auch sonst nichts für das Baby gab, mussten sie dem Kind Wasser aus Lacken zum Trinken geben", berichtete Manfred Führer. "Die Kinder sind am ärgsten betroffen." Die Bevölkerung sei durchwegs arm und überdurchschnittlich jung, mit vielen Kindern, schwangeren und stillenden Frauen.

Neue Risiken

Neue gesundheitliche Risiken kommen mit dem Ende der Regenzeit auf: Führer berichtete über erste Denguefieber-Kranke. Es gebe auch immer mehr Patienten mit Masern, Typhus und Tetanus. Die Abordnung der israelischen Armee, mit der das Medic-Team bisher das Feldspital betrieben hatte, zog sich am Sonntag zurück. Die Einrichtung wird nun wie geplant vom ASBÖ und der deutschen Hilfsorganisation LandsAid, slowakischen Partnern sowie zwei asiatischen Ärzteteams betrieben. Auch andernorts werden die unmittelbar nach der Katastrophe entsandten Ersthelfer nach zwei Wochen nun langsam abgezogen, internationale Hilfsorganisationen springen ein. "Das würde sonst ein Riesenloch in der Versorgung hinterlassen."

Denn neben der medizinischen Hilfe sind Millionen Menschen auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. "Die internationale Reaktion ist sehr gut, es kommen große Lieferungen und viele Teams, aber die Koordination ist schwierig", schilderte Führer. Das liege an der Menge Betroffener und dem Ausmaß der Katastrophe: "Der Taifun ist auf 600 Kilometern durchgefahren." Er selbst habe keine der berichteten Plünderungen beobachtet, solche Vorfälle seien aber "ein Problem der Verteilung. Die Hilfslieferungen treffen jetzt nach und nach ein. Es gibt aber Regionen, die wirklich noch schlecht versorgt sind. Die Wege müssen sich erst stabilisieren."

Spendenkonto: PSK: 00093 028 745, BLZ 60000 Stichwort: ASBÖ Auslandshilfe - Spenden per SMS (max. 100 Euro) an 0664 6 600 044. Spenden an den Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs sind steuerlich absetzbar.

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