Kabarett von

Tagespresse Show -
Lügenpresse? Lachhaft!

Premiere der Mediensatire im Rabenhof-Theater: Publikumswirksames Gag-Feuerwerk

Kabarett - Tagespresse Show -
Lügenpresse? Lachhaft! © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Es ist der Medien-GAU schlechthin: Der Größte Anzunehmende Unfug wird publiziert - und so wirklich weiß niemand, ob's wahr oder falsch ist. Genau damit spielt die Satireseite "Die Tagespresse" seit geraumer Zeit mit riesigem Erfolg. Dienstagabend folgten die Bühnenweihen: Die Premiere der "Tagespresse Show" im Rabenhof-Theater geriet auch live zum gelungenen Gagfeuerwerk.

Der Zweite Weltkrieg muss wegen Formfehlern - eh klar ... - wiederholt werden, ein Reporter berichtet live aus der Dangerzone U6, in deren Garnituren Hanfplantagen angelegt werden (Tipp einer interviewten Insiderin: "Der zweite Waggon!"), Richard Lugner putscht sich im derzeitigen Machtvakuum zum Bundespräsidenten, bestens integrierte Asylanten verlernen die brav erlernte deutsche Sprache durch Konsum von Gratiszeitungen ... - Gag reiht sich an Gag, oft auch in kleinsten Details verborgen: Der Twitter-Username des türkischen Präsidenten Erdogan etwa lautet @sultanofturkey

Nachrichtenshow mit Paul Kraker als Anchorman

Präsentiert werden diese Schmus-News - im wesentlichen eine Verdichtung bereits in der "Tagespresse" publizierter Geschichten - in Form einer Nachrichtenshow aus einem TV-Newsroom mit Paul Kraker als Anchorman. Der ORF-Radio-Nachrichtenredakteur liest auf der Rabenhof-Bühne auch die hanebüchensten "Meldungen" mit ernsthaftester Miene und sonorem Duktus - genau diese "Maske der Seriosität", wie es Tagespresse-Gründer Fritz Jergitsch im APA-Interview nannte, macht ja den besonderen Reiz der bisweilen völlig überdrehten "Infos" aus. Das Bühnen-Skript verfasste Jergitsch gemeinsam mit den Co-Autoren Jürgen Marschal und Sebastian Huber. Inszeniert wurde der ganze Spaß von Roman Freigaßner-Hauser und Hausherr Thomas Gratzer.

Mediensatire persifliert eigentlich alles

Die Mediensatire persifliert am laufenden Band eigentlich alles: nicht nur TV-News und Zeitungen, sondern selbstverständlich auch Politiker von Strache über Faymann bis Erdogan und "last, but not liest" (wie es in manchen Medien mit wenig Korrektor-Kapazität wohl heißen würde) auch "das Volk" - etwa in Form von Interviewten, die vom "Außenreporter" Peter Klien eingefangen werden. In keiner Sekunde ist klar, ob die "vox pop"-Statements auch noch erfunden oder nur geduldig gefunden sind.

Premiere als bisheriger Höhepunkt der Medientage

Die Premiere der "Tagespresse Show" geriet solcherart - wohl ausnahmsweise unbeabsichtigt - zum Höhepunkt des ersten der beiden Medientage in Wien. Und so waren auch einige Protagonisten vom WU Campus abends in den Rabenhof übersiedelt, die neue ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger ebenso wie ihr noch amtierender Vorgänger Karl Amon, "Standard"-Herausgeber Oscar Bronner und Puls-4-Geschäftsführer Markus Breitenecker.

Elf Vorstellungen bis Jahresende geplant

Bis Jahresende sind noch elf Vorstellungen geplant - aber: "Die 'Tagespresse Show' hat das Zeug dazu, ein ähnlicher Rabenhof-Dauerläufer wie die 'Science Busters' zu werden", orakelte Ex-Science Buster Werner Gruber nach der Premiere im APA-Gespräch. Stoff genug für inhaltliche Updates gibt es ja, täglich ...

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