Tagebücher von Diktator Benito Mussolini:
Italienischer Historiker stellt Fälschung fest

Laut Dokument war 'Il Duce' gegen Zweiten Weltkrieg Grammatikfehler, falsche Namen, Unregelmäßigkeiten

Tagebücher von Diktator Benito Mussolini:
Italienischer Historiker stellt Fälschung fest

Benito Mussolini schrieb Tagebuch? Vielleicht, doch die jüngst entdeckten Werke stellen sich als Fälschung heraus. Die Bände wiesen falsche Namen, Grammatikfehler und chronologische Unregelmäßigkeiten auf, schreibt der italienische Historiker Emilio Gentile in der neuesten Ausgabe des Wochenmagazins "L'Espresso".

Der Wissenschafter bezweifelt daher, dass der ehemalige italienische Diktator der Verfasser sei. "L'Espresso" beauftragte Gentile die fünf Bücher auf ihre Echtheit zu prüfen. Wie die Zeitschrift weiter berichtete, wurden die Schriften "L'Espresso" bereits 2004 angeboten, doch hatte sich die Redaktion schon damals gegen eine Veröffentlichung entschieden.

Mussolini gegen 2. Weltkrieg?
Der italienische Senator Marcello Dell'Utri hatte zuletzt die Echtheit der Tagebücher beschworen und eine baldige Veröffentlichung in Aussicht gestellt. Ihm zufolge zeigen sie, dass der Diktator gegen den Zweiten Weltkrieg war. Die Tagebücher hätten einem Widerstandskämpfer gehört, der Mussolini festgenommen und einige seiner Sachen behalten habe, sagte er der Zeitung "Corriere della Sera". Nach dem Tod des Kämpfers seien die Aufzeichnungen an die Kinder vererbt worden. (apa/red)