Tag gegen Kinderarbeit von

Weltweit arbeiten 215 Mio. Kinder

Traurige Bilanz: Mehr als die Hälfte verrichtet auch gefährliche Arbeiten

Tag gegen Kinderarbeit - Weltweit arbeiten 215 Mio. Kinder © Bild: APA/EPA/Remissa

Rund 215 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten. Mehr als die Hälfte von ihnen, etwa 115 Millionen, verrichten schwere und gefährliche Arbeit. Darum wird heute wieder der "Tag gegen Kinderarbeit" begangen.

Kinderarbeit müsse entschieden bekämpft werden, so die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Die den Vereinten Nationen nahestehende Organisation fordert, dass die Regierungen weltweit eine Liste gefährlicher Arbeiten erstellen und diese verbieten.

Gefährliche Arbeiten
Als gefährlich gelten unter anderem Arbeit unter Tage, der Umgang mit giftigen Chemikalien oder gefährlichen Maschinen, das Tragen schwerer Lasten oder sexuelle Ausbeutung.

Ein Abkommen aus dem Jahr 1999, das 173 der 183 ILO-Mitgliedstaaten ratifiziert haben, schreibt vor, dass solche gefährlichen Arbeiten für Kinder unter 18 Jahren verboten sind. Als Folge der Vereinbarung sei die Zahl der Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, die gefährliche Arbeiten verrichten, zwischen 2004 und 2008 zurückgegangen - vor allem bei Mädchen, berichtete die ILO.

Jede Minute ein Unfall
In der Altersgruppe zwischen 15 und 17 Jahren sei die Zahl im selben Zeitraum jedoch von 52 auf 62 Millionen und damit um ein Fünftel gestiegen. "Jede Minute erleidet irgendwo auf der Welt ein Kind bei der Arbeit einen Unfall, eine Erkrankung oder ein psychologisches Trauma", heißt es in dem ILO-Bericht "Kinder bei gefährlicher Arbeit - Was wir wissen, was wir tun müssen".

Besonders die jetzt abklingende weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise droht nach ILO-Angaben diesen Trend noch zu verschlimmern. Das von der Staatengemeinschaft gesetzte Ziel, bis 2016 den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ein Ende zu setzen, gerate in Gefahr.

Beleg für fehlende Nachhaltigkeit in Wachstumsmodell
"Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen müssen zusammenarbeiten, um die politischen Rahmenbedingungen zu entwickeln, durch die die Kinderarbeit abgeschafft werden kann", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Die Fortdauer der Kinderarbeit ist ein Beleg für die fehlende Nachhaltigkeit des vorherrschenden Wachstumsmodells."