Tag von Irans Atom-Antwort: War Mega-Terrorplot auf Flugzeuge am 22.8. geplant?

Für Islam wichtiges Datum: Eroberung Jerusalems Zeitung: Internet-Blogs gaben Geheimdienst Hinweise

Der von den britischen Behörden verhinderte Mega-Anschlag auf in die USA fliegende Flugzeuge hätte nach Angaben der Londoner Zeitung "The Times" am 22. August stattfinden sollen. An diesem Tag will auch der Iran seine Antwort auf das Kompromissangebot der UNO-Vetomächte und Deutschlands im Atomstreit geben. In Internet-Blogs wird darauf hingewiesen, dass der 22. August im islamischen Kalender ein besonderes Datum ist: Er entspricht dem 28. Rajab - dem Tag, an dem Saladin Jerusalem eroberte.

Laut "Times" hat sich der britische Geheimdienst MI5 durch monatelange Observierungen ein detailliertes Bild über die Planung der Anschläge auf Flugzeuge machen können. "Es zeichnete sich sogar ein Datum ab, der 22. August, ein heiliger Tag im moslemischen Kalender und Erfolg versprechend für den Start von Armageddon", schreibt das Blatt.

Für den Iran ist ebenfalls der 22. August - an dem der iranische Monat Mordad endet - ein Stichtag. In einem WebBlog heißt es unter Hinweis auf die Bedeutung des 28. Rajab: "Ein mit mir befreundeter Muslim gab mir heute den Tipp, warum (der iranische Präsident Mahmoud) Ahmadinedjad das 'allerletzte' Angebot des Weltsicherheitsrates (...) erst am 22. August beantworten will. Nun. Da haben wir einen religiösen Fanatiker, der Israel von der Landkarte radieren will, der nach Atomwaffen strebt (...) und von der unmittelbaren Rückkehr des 12. Imam faselt...wenn das kein Grund zur Sorge ist."

Am 28. Rajab, einem nach dem Mondkalender berechneten Monatstag, wird in der moslemischen Welt ein Ereignis gefeiert, das nach westlicher Zeitrechnung am 2. Oktober 1187 stattfand: Die Einnahme Jerusalems durch den Heerführer Saladin, der damit die christlich-europäischen Kreuzritter vertrieb und die Stadt wieder dem Islam unterwarf. Da die Mondmonate nicht mit dem astronomischen Kalender übereinstimmen, fällt der 28. Rajab in diesem Jahr auf den 22. August.

An diesem Tag feiern auch die Schiiten ein für sie wichtiges Ereignis: Den Aufbruch des Imam Hussein von Medina nach Kerbala, wo er in einer legendären Schlacht im Jahr 680 den "Märtyrertod" erlitt. Hussein gilt wie sein ermordeter Vater Ali - der vierte Kalif und Schwiegersohn des Propheten, auf den das Schiitentum zurückgeht - als Vorfahre des 12. Imam. Dieser soll im Verborgenen leben und kurz vor dem Ende der Welt als Mahdi ("Erlöser") auf die Erde zurückkehren.

Und am 27. Rajab fand die "Nachtreise" (Lailat al-Mi'raj) des Propheten Mohammed statt, bei er er von Mekka nach Jerusalem (al-Quds) gereist und dann in den Himmel aufgestiegen sein soll. Als Reittier benutzte er ein pferdeartiges Wesen mit Menschengesicht namens "Buraq" (Blitz). Im Felsendom in Jerusalem finden sich die Spuren dieser Reise. Deshalb ist der Jerusalemer Tempelberg (Al-Haram al-Sharif) heute das drittwichtigste Heiligtum des Islam - nach Mekka und Medina. Seine Rückeroberung aus den Händen der "Zionisten" streben nicht nur Fanatiker unter den Moslems an.
(apa/red)