Tag der Entscheidung für Konzern A-Tec:
Gläubiger stimmen über Sanierungsplan ab

340 Mio. Euro an frischen Finanzmitteln benötigt Muss Vorstand Mirko Kovats den Sessel räumen?

Tag der Entscheidung für Konzern A-Tec:
Gläubiger stimmen über Sanierungsplan ab © Bild: APA/HOCHMUTH

Das Prinzip Hoffnung hat die heutige Versammlung der A-Tec-Gläubiger am Wiener Handelsgericht beherrscht. Den anwesenden Teilnehmern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von mehr als 47 Prozent vorgelegt. Die Gläubiger setzen offenbar darauf, einen Investor finden zu können, der mit Hunderten Millionen Euro Weiterbetrieb bzw. Entschuldung der A-Tec finanzieren kann.

Beobachter erwarten, dass die Verhandlung bis weit in die Nachmittagsstunden andauert. Es wird davon ausgegangen, dass der Sanierungsplan angenommen wird. Firmengründer Mirko Kovats, dessen Ablöse im Raum steht, nahm nicht an der Versammlung teil. Sehr wohl gekommen ist dagegen sein Geschäftspartner Christian Schmidt.

Sollte der Sanierungsplan mit doppelter Mehrheit (Kapital- bzw. Forderungsanteile) abgelehnt werden, muss laut Gläubigersprecher Hans-Georg Kantner Konkurs angemeldet werden. "Wird aber eine der beiden Mehrheiten erreicht, kann eine neuerliche Tagsatzung zur Abstimmung gelangen", sagte der Manager des Gläubigerschutzverbandes KSV vor der Verhandlung: "Es ist Teil des Konzeptes, dass man in den nächsten Monaten jemanden findet, der die A-Tec insgesamt übernimmt, rekapitalisiert und die Quote finanziert."

Spätestens seit Eröffnung des Konkursverfahrens über die Anlagenbau-Holding AEE Group sind aus dieser größten Sparte kaum noch Erlöse für die A-Tec Industries zu erwarten. Auch die Motorendivision ATB wird kaum etwas beitragen können. Als "Hoffnungsträger" gelten noch die Montanwerke Brixlegg (Kupfer) und die Salzburger Werkzeugmaschinenfirma Emco bzw. die 2007 erworbene deutsche Dörries Scharmann Technologie. Bisher wurden über den Verkauf der AEE Austria nur rund 10 Mio. Euro eingenommen.

Laut einem Bericht der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) sind für die Weiterfinanzierung 340 Mio. Euro notwendig. Der Investor soll bis in die Sommermonate gefunden werden. Einen "konkreten Interessenten" kennt Gläubigersprecher Kantner aber noch nicht.

(apa/red)

Kommentare

Mirko Kovats Der dachte wohl auch er wäre cleverer als alle anderen. Ebenso all jene, die in der Vergangenheit andächtig seinen Worten lauschten, ihn zum gefeierten Manager in diversen Zeitschriften stilisierten und meinten es wäre der richtige Weg. Alles Entengrütze. Und wer trägt die Verantwortung für all die Arbeitnehmer und deren Familien die nun zum Spielball von Glaubigerverhandlungen werden ? Hoffentlich wird im Zuge dieses Verfahrens auch geprüft ob Mirko sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht hat und diese dann auch strafrechtlich verfolgt.

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