"Taferlklassler"-Schwund setzt sich fort: Über tausend weniger Schulkinder erwartet

Minus 6,4 Prozent: Stärkster Rückgang in Salzburg Ausnahme Wien: Zuzug bringt neue Schüler mit

Der demographisch bedingte Schülerschwund in den Volksschulen setzt sich auch im kommenden Schuljahr - allerdings etwas abgemildert - fort: Im Herbst werden mit 84.550 Kindern voraussichtlich um rund 1.100 "Taferlklassler" weniger mit der Schule beginnen als im laufenden Schuljahr. Im Vorjahr hatten die Landesschulräte ein Minus von 2.500 Kindern für das noch laufende Schuljahr prognostiziert, das Bildungsministerium ein Minus von 2.300.

Die Rückgänge fallen je nach Bundesland unterschiedlich aus, am höchsten sind sie in Salzburg mit einem Minus von 6,4 Prozent. Einziges Bundesland mit einem Zuwachs ist Wien (voraussichtlich plus drei Prozent auf etwas mehr als 16.000 Taferlklassler). Grund dafür ist der Zuzug in die Bundeshauptstadt, und zwar sowohl innerösterreichisch als auch migrationsbedingt.

Im zu Ende gehenden Schuljahr 2005/06 sind nach Angaben der Landesschulräte rund 85.650 "Taferlklassler" in die erste Klasse Volksschule gekommen. Die Schülerzahlprognose der Bildungsministeriums vom Beginn des Schuljahrs war noch von 84.600 Erstklasslern ausgegangen. Das ist rund ein Drittel weniger als noch vor 30 Jahren: im Schuljahr 1974/75 begannen noch 130.500 Kinder mit der Schule.

Addiert man die Prognosen der einzelnen Landesschulräte, werden im Herbst 2006 ca. 84.550 Kinder mit der Schule beginnen. Diese Zahl dürfte in den kommenden Jahren noch weiter sinken: Laut einer Prognose der Statistik Austria vom Vorjahr wird es 2010 nur mehr 79.000 Sechsjährige in Österreich geben (für diese gilt die allgemeine Schulpflicht, Anm.). Dazu kommen allerdings noch jene Kinder, die die erste Klasse wiederholen.

Den prozentuell höchsten Rückgang an Schulanfängern wird es heuer voraussichtlich in Salzburg geben, wo im Herbst rund 5.250 "Taferlklassler" erwartet werden, um rund 360 bzw. 6,4 Prozent weniger als im zu Ende gehenden Schuljahr. In Kärnten wird mit 4,7 Prozent weniger Erstklasslern (6.000) gerechnet, im Burgenland (rund 2.600) mit einem Minus von 3,9 Prozent, in der Steiermark (11.600) mit einem Schwund von rund 3,5 Prozent. Vorarlberg (minus 2,1 Prozent auf rund 4.700) und Niederösterreich (minus 1,6 Prozent auf 16.300) erwarten nur geringe Rückgänge, Tirol (8.050) und Oberösterreich (rund 14.000) eine Stagnation.

(apa/red)