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Täter war Behörden
als Islamist bekannt

Hinweise auf religiöse Bewegründe aber auch "psychische Labilität"

Hamburg - Täter war Behörden
als Islamist bekannt © Bild: dpa

Der Angreifer von Hamburg ist den Sicherheitsbehörden im Vorfeld seiner tödlichen Bluttat als Islamist bekannt gewesen. Es habe Hinweise auf eine Radikalisierung des Mannes gegeben, weshalb Polizei und Verfassungsschutz mit ihm in Kontakt standen, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Samstag.

Zugleich sei der ausreisepflichtige abgelehnte Asylbewerber "psychisch labil", das genaue Tatmotiv sei deshalb noch unklar. Der Mann hatte am Freitag einen Menschen erstochen und sieben weitere verletzt.

»Wir gehen im Moment von einem psychisch labilen Einzeltäter aus«

"Wir gehen im Moment von einem psychisch labilen Einzeltäter aus", fuhr der Innensenator bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft fort. Es gebe aber auch eine Bezugnahme auf religiöse, islamistische Beweggründe, daher gebe es eine "Gemengelage", bei der noch nicht klar sei, was den 26-Jährigen zu seiner Tat bewogen habe.

Als "sogenannter Verdachtsfall geführt".

Der Angreifer wurde von den Behörden als Islamist eingestuft, "nicht aber als Dschihadist", wie Grote sagte. Bisher gebe es auch keine Hinweise auf eine Einbindung des mutmaßlichen Täters in islamistische Netzwerke sowie auf Hintermänner des Angriffs. Der Polizei zufolge wurde der Angreifer als "sogenannter Verdachtsfall geführt". Demnach berichtete ein Hinweisgeber, dass er sich zuletzt verändert und sehr viel über den Koran gesprochen habe.

Die Messerattacke

Nach Polizeiangaben ging der mutmaßliche Täter am Freitagnachmittag im Hamburger Stadtteil Barmbek in einen Supermarkt und kehrte nach Verlassen der Filiale wenig später dorthin zurück. Er habe dann ein Küchenmesser aus einem Regal gezogen und in dem Markt drei Menschen schwer verletzt, von denen einer später gestorben sei, sagte Kathrin Hennings vom Landeskriminalamt. In der nahen Umgebung des Markts verletzte er vier weitere Menschen, bevor er von Passanten verfolgt und schließlich festgenommen wurde.

Möglicherweise Einweisung in psychiatrischen Einrichtung

Der Angreifer, der bei der Festnahme verletzt wurde, wurde am Samstag einem Haftrichter vorgeführt, die Staatsanwaltschaft wollte Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes beantragen. Sie wollte sich aber auch einen Antrag auf Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung offenhalten.

Stellte im Mai Asylantrag

Geboren wurde der mutmaßliche Angreifer der Staatsanwaltschaft zufolge in den Vereinigten Arabischen Emiraten, er war Angehöriger der palästinensischen Volksgruppe. Er reiste im März 2015 über Norwegen nach Deutschland ein und stellte im Mai einen Asylantrag. Seit dieser Ende des vergangenen Jahres abgelehnt worden sei, laufe das Ausreiseverfahren, hieß es. Noch am Freitag hatte sich der Mann laut Grote bei der Ausländerbehörde erkundigt, ob die nötigen Passersatzpapiere eingetroffen seien. Ausstellen wollte sie die Palästinensische Mission in Berlin.

»Eine erbärmliche, verachtenswerte Bluttat«

Grote zeigte sich "erschüttert und entsetzt" von der "erbärmlichen, verachtenswerten" Bluttat und sprach den Angehörigen und Betroffenen sein Mitgefühl aus. Zugleich dankte er den Hamburger Bürgern, die dabei halfen, den Angreifer zu stoppen. Die Verletzten waren am Samstag allesamt außer Lebensgefahr.
Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) sprach ebenfalls von einer "schrecklichen Attacke" und übermittelte den Betroffenen sein Mitgefühl. Es sei nun "wichtig, die Hintergründe der Tat so schnell wie möglich zu analysieren".

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