Täter hatten "Jobgarantie bei Kirche":
Erschütternde Bilanz über Missbrauchsfälle

Opfer-Plattform zieht ein "bedrückendes Resümee" Bericht: Mehrheit der Täter waren geweihte Priester

Täter hatten "Jobgarantie bei Kirche":
Erschütternde Bilanz über Missbrauchsfälle

Die unabhängige "Plattform für Opfer kirchlicher Gewalt" hat in ihrem aktuellen Bericht eine erschütternde Zwischenbilanz über den Missbrauch in der Kirche gezogen und scharfe Kritik am Umgang der Kirche und des Staates mit dem Missbrauchsskandal geübt. Seit ihrer Einrichtung im März 2010 haben sich bei der kirchenunabhängigen Hotline gemeldet. Besonders tragisch: Die Berichte der Opfer haben ergeben, dass die Mehrheit der Täter geweihte Priester waren. Dass "Missbraucher eine Jobgarantie" bei der Kirche hatten, sei ein "zutiefst bedrückendes Resümee", sagte der Psychologe Philipp Schwärzler, Verfasser der Studie.

Es sei jahrelange Praxis gewesen, auffällig gewordene Priester einfach zu versetzen. Die häufigsten Tatorte waren laut Bericht mit 55,8 Prozent katholische Internate und Heime.

Mehrheit der Täter waren geweihte Priester
Allein in den ersten 10 Tagen kontaktierten 150 Menschen die Hotline. 59,1 Prozent der insgesamt 482 als Gewaltübergriff zu kategorisierende Handlungen betrafen dabei sexuelle Gewalt (57,2 Prozent), körperliche Gewalt (57,1) und seelische Gewalt (32 Prozent). 63 Prozent der als Täter genannten Personen waren geweihte Priester, fasst man die Welt- und Ordenspriester zusammen. 20,8 Prozent waren als nicht geweihtes Mitglied einem Orden angehörig.

Oberösterreich ist mit 73 Meldungen der Spitzenreiter, dicht gefolgt von Wien mit 72 Meldungen und Niederösterreich mit 68.

Meisten Opfer sind zwischen sieben und 14 Jahre alt
12 Prozent der Anrufer waren zu Beginn der Übergriffe sechs Jahre oder jünger. Der Großteil der Misshandlungen (79,5 Prozent) ereignete sich zwischen dem 7. und dem 14. Lebensjahr. Die vergleichende Darstellung des Alters bei Buben und Mädchen zu Tatbeginn zeigt, dass die Mädchen zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr besonders gefährdet schienen, Opfer von Gewalt zu werden, während dies bei den Buben zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr der Fall war.

Für Schwärzler zeigen die Zahlen der Studie, dass die katholische Kirche im Bereich Gewalt gegen Kinder vor allem Probleme bei den theologisch ausgebildeten Mitarbeitern hat und gerade die geweihten Priester das größte Gefährdungspotenzial für Kinder darzustellen scheinen. Angesichts der Zahlen könne man auch nicht von einzelnen "schwarzen Schafen" sprechen, sondern von einem "Versagen der Institution katholische Kirche".

Ursachen für Missbrauch
Der Psychologe nannte drei Ursachen für den kirchlichen Missbrauch, allen voran die grundsätzliche Haltung der katholischen Kirche zur Sexualität. Diese sei "per se eine Basis für Perversion". Als Grund für Gewalt sieht Schwärzler auch den Ausschluss der Frauen von Leitungsfunktionen in der Kirche. Diese wären nämlich ein Korrektiv zur männerdominierten Gewalt. Zudem habe die autoritäre Grundstruktur der Kirche das bisherige Vertuschen möglich gemacht.

Dass sich der Staat zurückgezogen und die Aufklärung der Kirche selbst überlassen habe, stößt bei der Plattform auf Unverständnis. Damit mache man den "Bock zum Gärtner". "In keinem anderen Bereich wäre es denkbar, dass eine in Verdacht geratene Institution selbst die Leitung einer Untersuchungskommission bestimmt", so Schwärzer.

Klasnic-Kommission plant jetzt noch keinen Bericht
Die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Opferanwaltschaft unter der Leitung von Waltraud Klasnic plant derzeit noch keinen ausführlichen Bericht über die bisherige Arbeit. Einen Bericht mit möglichen Schlussfolgerungen werde es erst geben, wenn die Tätigkeit der Kommission in einem weiteren Stadium sei, sagte Kommissionssprecher Herwig Hösele.

(apa/red)

Kommentare

mfp7764 melden

Aber jetzt dürfen sie wenigstens ein kondom verwenden wenn sie jemanden vergewaltigen,oder hab ich da was falsch verstanden.das sollte aber bitte nicht als lustig gewertet werden-danke

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Re: Aber jetzt währe es höchste Zeit die" Missbraucher" an den Pranger zu stellen, d,h, einem irdischem Gericht zu übergeben und zu verurteilen. Aber bitte nicht alle in eine Zelle sperren, denn dann hätten sie ja wieder Spaß. Eine Verurteilung ist jedoch reine Illussion , wenn man sich zurück erinnert, was mit Krenn , Grohr und all die anderen Konsorten passiert ist NICHTS. Auf einen Bericht brauche man nicht zu warten, weder Klasnik noch die Kirche wird so einen verfassen und wenn , dann weiß man was drin steht " alles nicht so schlimm, wir haben nur ein bisserl gespielt" Dem Islam gefällt dies , was jetzt in der Kath.Kirche passiert, denn nur so können sie rascher ihren Glauben verbreiten . Na ja bei denen gibts ja so was nicht , wie Missbrauch und so , denn dort ist ja alles legal.

Ursachen für Missbrauch Wie viele Fälle von Missbrauch gibts bei den Evangelischen? Keine? Weniger? Ist ja klar - die dürfen heiraten. Bei denen ist die Sexualität was ganz Normales! Solange bei den katholischen Priestern das Zölibat Sache ist - wo in der Natur gibts was ähnliches - und es dort keine Frauen in diesen Ämtern gibt, wird sich auch bei den Notständen der betroffenen nix ändern, weil die ja gar kein normales Miteinander leben können! Am lustigsten finde ich ja den Eheunterricht, den man besuchen muß, will man kirchlich heiraten! Da bekommt man dann von reinen Theoretikern Tipps zu Sachen, von denen die dort keinerlei praktische Erfahrung haben!

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Rechtsstaat Wo bitte ist der? Unfassbar mit welch offensichtlicher Gleichgültigkeit das hingenommen wird. Die kath. Kirche darf sich offensichtlich alles erlauben.
Hauptsache der Strache trägt das Kreuz in der Hand und nennt Mohamed einen Kinderschänder, der Ausnahmedolm. Abendland in Christenhand. 3x Pfui, die katholische Kirche sollte zur Verantwortung gezogen weden, JETZT!

wintersun melden

Re: Rechtsstaat Genau und mit VOLLER HÄRTE hey diese Leute sind das Tiefste vom Tiefen die sollen harte Konsequenzen spüren!!

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Re: Rechtsstaat ääääääää was hat das mit strache zu tun bitte?

kondom in ausnahmefällen ist des papste sorge die angst, seine "jünger" könnten sich mit aids infizieren, während sie über ministranten herfallen? wieso ein strafbarer tatbestand vom staat nicht verfogt und in weiterer folge ausjudiziert wird ist mir schleierhaft. da werden priester in bayrische kloster verschoben oder sonst wohin verfrachtet nur um sich der rechtsstaatlichkeit zu entziehen. die öst. gerichtsbarkeit schweigt dazu. und wenn ich mir die strafen für sex. gewalttäter ansehe frage ich mich ohnehin wie pervertiert die richterschaft sein muss, eine vielzahl derer empfindet beim betrachten von beweismaterial wahrscheinlich nicht einmal abscheu.
WIDERLICH WA HIER GESCHIEHT; TEILS UNMÜNDIGE WERDEN VON WÜRDENTRÄGERN DER KIRCHE GENÖTIGT, GEDEMÜTIGT UND - IN WELCHER FORM AUCH IMMER -VERGEWALTIGT.

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