"System der Selbstbedienung": Skandal um Salzburger Osterfestspiele weitet sich aus

Burgstaller: Schaden von über 2 Mio. Euro möglich Sonderprüfung durch Rechnungshof beschlossen

"System der Selbstbedienung": Skandal um Salzburger Osterfestspiele weitet sich aus © Bild: APA/Hochmuth

Der Skandal bei den Salzburger Osterfestspielen nimmt immer größere Dimensionen an. Landeshauptfrau Burgstaller schätzt den Schaden, der dem Festival vor allem durch den entlassenen Geschäftsführer Michael Dewitte entstanden ist, auf mindestens eineinhalb Millionen Euro. Dewitte soll allein an Gehalt 654.000 Euro zu Unrecht bezogen haben.

Sollten sich "alle der zurzeit nicht genau nachvollziehbaren Zahlungsflüsse als ungerechtfertigt erweisen", dann würde der von Dewitte ausgelöste Schaden sogar mehr als zwei Mio. Euro betragen, sagte Burgstaller, die geschäftsführende Präsidentin des Festivals ist.

Der entlassene Geschäftsführer soll sich zudem sich laufend fünf Prozent Provision von Sponsorengeldern genehmigt haben. Das Geld wurde teilweise auf ein anonymes Konto auf Zypern überwiesen. Burgstaller sprach offiziell von "Finanzskandal", "Gier und Selbstbedienung", dass einem "die Haare zu Berge" stehen. Funktioniert habe dieses "System der Selbstbedienung", weil die interne und externe Kontrolle nicht funktioniert habe.

Sonderprüfung
Der Salzburger Landtag nahm am Mittwochabend einen Dringlichen Antrag der Grünen betreffend eine Sonderprüfung der Salzburger Osterfestspiele durch den Landesrechnungshof einstimmig an.

Am Dienstag war der Prüfbericht der Audit Services Austria, den Burgstaller Auftrag gegeben hat, der Staatsanwaltschaft Salzburg übergeben worden. Dieser liegt auch eine Anzeige des Festspielfonds gegen den entlassenen Technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, wegen des Verdachts der Untreue und gewerbsmäßigen Betrugs in mehreren Tranchen vor. Dieser soll für seine Nebentätigkeiten für die Osterfestspiele im Zeitraum von 2005 bis 2009 für Beratungen und Planungen 487.112 Euro unrechtmäßig kassiert haben.

Wie die Tageszeitung "Österreich" berichtet, warnte die Prüfgesellschaft "Ernst Young" bereits im Juni 2007 in einem Bericht vor Unregelmäßigkeiten und schlug eine rasche Neuorganisation vor.

(apa/red)

Kommentare

Salzburger Festspiele Wenn es bereits 2007 einen Bericht mit Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten gab, dann haben wohl alle die den Bericht kannten, bewußt oder unbewußt, die erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung und Bereinigung unterdrückt und sich damit selbst strafbar gemacht, weil der jetzt entdeckte Schaden nicht verhindert wurde ....

die frau Lh ist sehr freundlich und hat sich immer sehr bemüht alles richtig zu machen aber das scheint nicht zu reichen um zu bemerken was hinter dem rücken angestellt wird

Burgstaller Hätte Jungwirth aus welchen Gründen auch immer,nicht zur Olympia-Bewerbung geschwiegen,gäbe es heute keine Landeshauptfrau Burgstaller und keinen Bgm Schaden.
Ohne die Mitwissenschaft der Politiker gäbe es auch diese Affäre nicht.
Fazit:Würde es die Immunität und Freunderlwirtschaft nicht geben,sässen 80% der Politiker hinter Gittern.

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