Syrien von

Vatikan warnt vor 3. Weltkrieg

"Die Lösung für Syriens Probleme kann nicht der bewaffnete Eingriff sein"

Der Petersplatz im Vatikan © Bild: APA/BKA/Andy Wenzel

Der Vatikan verschärft seinen Druck für ein Ende der Gewalt in Syrien. "Die Lösung für Syriens Probleme kann nicht der bewaffnete Eingriff sein. Dadurch würde es nicht zu weniger Gewalt im Land kommen. Im Gegenteil, es besteht Gefahr, dass sich die Gewalt auf andere Länder ausdehnt. Der Konflikt in Syrien beinhaltet Elemente, die zu einem Krieg von weltweiter Dimension führen könnte", sagte Mario Toso, Sekretär des päpstlichen Rates für Justiz und Frieden am Montag.

Auch der Papst verurteilte erneut jegliche Form von Gewalt in Syrien. "Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg", schrieb der Heilige Vater auf Twitter am Montag und griff damit einen berühmten Satz seiner Vorgänger Pius XII. und Paul VI. auf.

Für den nächsten Samstag hat Franziskus zu einem Gebets- und Fasttag für den Frieden in Syrien und an anderen Konfliktherden weltweit eingeladen. Er hoffe auf rege Teilnahme an einem Gebetstreffen am Samstagabend auf dem Petersplatz, so der Papst beim Angelusgebet am Sonntag. Franziskus bat auch die anderen christlichen Konfessionen, sich seiner Initiative anzuschließen.

Russland mischt sich ein

Mit der Entsendung einer Parlamentsdelegation zu Gesprächen mit Vertretern des US-Kongresses versucht Moskau unterdessen, direkten Einfluss auf die innenpolitische Debatte in den USA über einen möglichen Militärschlag gegen das verbündete Syrien zu nehmen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte am Montag zugleich, dass ein US-Angriff die geplante Friedenskonferenz zu Syrien gänzlich verhindern könnte. Beim G-20-Gipfel in St. Petersburg in dieser Woche wird es keine offizielle Syrien-Debatte geben.

Eine russische Parlamentsdelegation zu entsenden, sei "sehr zeitgerecht und richtig", sagte Staatschef Wladimir Putin im Gespräch mit der Präsidentin des Föderationsrates, Valentina Matwijenko, und Duma-Präsident Sergej Narischkin. Der angestrebte direkte Dialog mit beiden US-Kammern sei bedeutend für die Beziehungen beider Länder. Die Delegation soll möglichst noch vor dem Ende der US-Parlamentsferien Ende der Woche nach Washington reisen.

US-Präsident Barack Obama hatte am Samstag erklärt, sich zu einem begrenzten Militäreinsatz in Syrien entschlossen zu haben - er will dies aber zunächst vom Kongress absegnen lassen. Die russischen Abgeordneten sollen nun möglicherweise darauf hinarbeiten, dass die US-Parlamentarier gegen einen Militärangriff stimmen.

Assad warnt vor "explodierendem Pulverfass"

Der syrische Staatschef Bashar al-Assad hat vor einem westlichen Militärangriff gegen sein Land und einem daraus folgenden "regionalen Krieg" gewarnt. Der Nahe Osten sei ein "Pulverfass", das bei einem solchen Angriff "explodieren" würde, sagte Assad der französischen Tageszeitung "Le Figaro" für die Dienstag-Ausgabe. Es müsse nicht nur der "syrische Gegenschlag" als Reaktion auf westliche Angriffe beachtet werden, betonte Assad: "Alle werden die Kontrolle über die Situation verlieren, wenn das Pulverfass explodiert. Chaos und Extremismus werden sich ausbreiten. Es besteht das Risiko eines regionalen Krieges."

Die französischen Regierung hat unterdessen ein Dokument mit angeblichen Beweisen für den Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg veröffentlicht. Das neunseitige Papier wurde am Abend auf der Internetseite von Premierminister Jean-Marc Ayrault verlinkt. Das Material soll auf Erkenntnissen französischer Geheimdienste basieren. Die französische Regierung will damit nicht nur den Besitz von chemischen Waffen in Syrien beweisen, sondern auch deren Einsatz und Urheberschaft. Aus französischen Regierungskreisen verlautete, die Geheimdienste des Landes seien sicher, dass Streitkräfte des syrischen Machthabers Bashar al-Assad den "massiven und koordinierten" Giftgasanschlag am 21. August verübt hätten.

Kommentare

Oliver-Berg

Wenn die Amis wirklich wollten, könnten Sie Assad mit ihren technischen Mittel auf der Toilette beim Sch...... erledigen. Dazu benötigt man keinen Krieg sondern nur ein paar gezielt abgefeuerte Raketen von US-Kriegsschiffen, die von Satelliten ferngelenkt werden.

der papst sollte persönlich mit assat verhandeln ,auge um auge !!!!

Forest w.

Russland hatt nicht die Macht um sich gegen Amis zu stellen ,sie wollen nur verhindern das Europa nicht das GAS bekommt sie scheissen sich in die Hose, naja Assad muss weg vll nicht auf dem weg ,aber wer weis nen besseren?

Wozu ein ganzes Land bombardieren wenn man einige Verantwortliche für den Giftgaseinsatz auch einzeln bestrafen kann ? Die Amis rühmen sich doch für ihren selektiven Einsatz von Kampfmitteln um jemandem das Licht auszuknipsen ?

Oliver-Berg

Überall wo die Amis zuletzt ihre Waffen sprechen haben lassen, herrscht totates Chaos und bürgerkriegsähnliche Zustände. Beispiele gefällig: Somalia, Irak, Afghanistan und jetzt kommt Syrien dran. Denen sind die Menschen egal. Es geht darum eine neue Pipeline durch Syrien zu bauen, um sich den Weg über den persischen Golf in Zukunft zu sparen. Assad und seine Clique gehören trotzdem weg.

geri1960

Wegen den Assad scheissen sich jetzt alle in die Hose oder was ????

Scheisse
wenn die Pfaffen so was schreiben dann macht es mir angst

melden

Für mich ist der Mann jedenfalls bis jetzt die sympathischste Erscheinung auf dem Stuhl Petris seit langer,langer Zeit. Denn dass dort ein Höchstrangiger bereit ist, den realen Scherbenhaufen dieser Welt zur Kenntnis und als Aufgabe zu nehmen, ist ein ungeheurer Fortschritt.

Papa Franz sprich dich aus, mach's einfach so wie der da:
http://www.youtube.com/watch?v=cyore4K7BjY

wintersun melden

Das hab ich mir auch schon gedacht. Solche direkten Worte habe ich in den letzten Jahren vermisst. Der vorige Papst konnte ja immer nur "zum Frieden mahnen", super, hat ja eine "gewaltige" Wirkungskraft. Ich hab mir echt gedacht dem Kerl ist doch in Wahrheit eh komplett egal dass Kinder durch Krieg sterben, Hauptsache er darf den Kaiser spielen.
Beim neuen Papst ist das scheinbar anders, mir sind bisher einige positive Dinge aufgefallen. Anfangs war ich sehr sehr skeptisch und dachte "Ah er wäscht die Füße von den Armen, guter PR-Trick". Aber es folgten weitere positive Aktionen und auch seine gegenwärtige Warnung an die Welt begrüße ich sehr, da dadurch mehr Bewusstsein für die bitteren Folgen eines derartigen Krieges geschaffen wird.

slavan melden

Und wo ist der Unterschied zum letzten Papst? Der Hat "ermahnt" und er jetzige "verurteilt"! Ei, Potz, sofort wird Assad den Kampf einstellen. Noch nie hat und wird ein Politiker auf den Papst hören!

melden

Das mag schon sein. Aber das erfreuliche an dem Mann ist einfach dass er,auch wenn ich das Wort nicht mag,aber halt kein besseres habe, Seelsorger geblieben ist. Und er wird dem riesigen Kirchenschiff wohl nur eine kleine Kursänderung verpassen können, da sollte man sich keine Wunder erwarten. Aber daran,dass da humanitär unbedenkliche Accessoires verwendet werden kann man feilen, und das tut er, im Gegensatz zu anderen vor ihm. Caritas statt Scheiterhaufen sozusagen.
Und manchmal kann das sogar Politiker beeindrucken, man sollte den Vatikan nicht unterschätzen.

robertblum melden

forestw@ die russen währen froh die alten raketen auf diese weise billig zu entsorgen!

Seite 1 von 1