Syrien von

UNO-Gesandte besucht Krisengebiet

Nothilfekoordinatorin Amos will unter anderem nach Damaskus und Beirut reisen

Syrien - UNO-Gesandte besucht Krisengebiet © Bild: APA/EPA/STR

Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos darf nun nach Syrien einreisen. Die Gesandte will sich bei ihrem Besuch ein Bild von den Ausmaßen des seit mehr als einem Jahr andauernden gewalttätigen Konflikts machen. Amos wird von Dienstag bis Donnerstag Syrien und den Libanon besuchen, teilte das UNO-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Montag mit.

Außer Damaskus und Beirut werde Amos auch andere Orte besuchen und mit Regierungsvertretern und Hilfsorganisationen sprechen. Im Libanon seien zudem Treffen mit Flüchtlingen geplant. Rund zwei Millionen Menschen sind dem OCHA zufolge von den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Oppositionellen in Syrien betroffen. Mehr als eine Million sei innerhalb des Landes, etwa 140.000 Menschen über die Grenze nach Jordanien oder in den Irak, die Türkei oder den Libanon geflohen. Diese Menschen bräuchten dringend humanitäre Hilfe.

Rebellen fordern Flugverbotszone
Angesichts der heftigen Kämpfe um die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo fordern die Rebellen erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone. "Wir könnten mehr Gebiete unter unsere Kontrolle bringen, aber die Kampfjets des Regimes hindern uns mit ihren Bombardierungen daran", erklärte der Rebellenkommandant Abu Alaa am Montag in Aleppo. "Eine Flugverbotszone ist wesentlich für die Fortführung unseres Kampfes", sagte er der deutschen Presseagentur dpa am Telefon. Der Ausgang der Schlacht um Aleppo wird als entscheidend für den weiteren Verlauf des Konflikts angesehen.

Aufständische in der syrischen Provinz Dair Ezzor erklärten am Montag, sie hätten ein Militärflugzeug des Regimes abgeschossen und den Piloten gefangen genommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana widersprach dieser Darstellung. Die Maschine sei aufgrund technischer Probleme abgestürzt. Der Pilot habe den Schleudersitz betätigt, nach ihm werde gesucht. Sollten die Berichte über einen Abschuss zutreffen, wäre dies ein Hinweis darauf, dass die Aufständischen über Boden-Luft-Raketen verfügen.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete am Montag von Kämpfen auch in der Provinz Homs und Außenbezirken der Hauptstadt Damaskus. Landesweit seien mindestens 110 Menschen getötet worden, berichteten die Lokalen Koordinierungskomitees. Seit Beginn der Proteste gegen das Regime von Präsident Assad vor 17 Monaten kamen nach UNO-Schätzungen etwa 17.000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten.

Assad-Gesandter sucht Gespräch mit China
Unterdessen will ein Gesandter des syrischen Machthabers Bashar al-Assad am Dienstag den chinesischen Außenminister Yang Jiechi treffen. Ein Ministeriumssprecher in Peking sagte, China denke auch darüber nach, Vertreter der syrischen Opposition einzuladen.

China hat an der Seite Russlands in den vergangenen Monaten mehrmals die Verabschiedung einer Resolution im UNO-Sicherheitsrat verhindert, die Sanktionen gegen die syrische Regierung ermöglicht hätte. Peking möchte eine politische Lösung des seit März 2011 tobenden Konflikts finden, in dessen Folge laut Aktivisten bereits mehr als 20.000 Menschen getötet wurden.

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