Syrien von

Tödliches Nervengas?

Laut Rebellen Chemiewaffen in Kaserne gelagert. Beobachtungsstelle hegt Zweifel.

Unruhen in Syrien © Bild: apa/sana

Nach wochenlanger Belagerung haben syrische Rebellen am Sonntag offenbar große Teile eines Militärstützpunkts im Nordwesten des Landes erobert. Dabei seien zwei Aufständische und ein Soldat getötet worden, teilte der Chef der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdelrahman, mit. Die Angreifer hätten fünf Soldaten gefangen genommen. Diese hätten ausgesagt, dass sich 140 Militärangehörige in das Forschungszentrum der Kaserne geflüchtet hätten. Abdelrahman zweifelte Aussagen der Rebellen an, wonach auf dem Gelände Chemiewaffen gelagert werden.

Am Samstag hatten die Aufständischen angekündigt, den Angriff auf die Scheich-Suleiman-Basis etwa zwölf Kilometer nordwestlich der umkämpften Stadt Aleppo zu verschieben. Zur Begründung hieß es, bei einem Angriff mit schweren Waffen könne es zu Unfällen durch die möglicherweise dort gelagerten Chemikalien kommen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Stützpunkt zum Chemiewaffenprogramm der Regierung gehöre. In einer weitestgehend von Rebellen kontrollierten Region war die Kaserne die einzige, die in den Händen des Militärs verblieben war.

Weiter kam es am Sonntag nach Berichten der in London ansässigen Beobachtungsstelle in einem südlichen Viertel von Damaskus und in der Umgebung zu Kämpfen zwischen Armee und Aufständischen. Die Regierungstruppen beschossen demnach zwei Städte nahe der Hauptstadt, in einer davon gab es zudem Angriffe aus der Luft.

Vor einem Einsatz von Chemiewaffen hatten in den vergangenen Tagen mehrere Länder gewarnt. Unter anderem hatten US-Präsident Barack Obama und UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon für diesen Fall der syrischen Regierung mit Konsequenzen gedroht. Damaskus versprach hingegen, niemals Chemiewaffen gegen sein Volk einzusetzen und warf seinerseits den Rebellen eine Bereitschaft für derartige Manöver vor. Vermutet wird, dass die syrische Armee das hochgiftige Nervengas Sarin einsetzen könnte, das schon in geringsten Mengen zum Tod führt.

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Und wenn die Ressourcen in den Frühlings-Ländern in absehbarer Zeit merklich schwinden, geht das ganz grosse Töten erst los. Europa wird daher noch viele Flüchtlinge aufnehmen müssen. Daher sind die europäischen Sozialwerke weiter auszubauen um die Flüchtlinge weiterhin reibungslos im Sozialsystem zu integrieren.

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