Syrien von

Raketen im Libanon

Mindestens 20 Raketen sollen eingeschlagen sein - Zwischenfälle häufen sich

Raketen Syrien © Bild: APA/EPA/Sultan

Mindestens 20 Raketen aus Syrien sind nach Angaben der libanesischen Sicherheitsbehörden im Libanon eingeschlagen. Wie die Polizei erklärte, ging ein Großteil der Geschoße in der östlichen Gebirgsregion nahe des Ortes Al-Shaara unweit der Grenze nieder.

Auch in der Nähe der Hochburg der libanesischen Schiitenbewegung Hisbollah, Baalbek in der Bekaa-Ebene, habe es Einschläge gegeben. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Seit sich die vom Iran aufgerüstete Hisbollah ("Partei Gottes") vor einer Woche offiziell zu ihrem Kampfeinsatz an der Seite der Regimetruppen von Bashar al-Assad bekannt hat, häufen sich die Zwischenfälle im Libanon.

Kampf um syrische Grenzstadt Kusair

Der Kampf um die eingeschlossene syrische Rebellenhochburg Kusair geht weiter. Regierungstruppen und Aufständische lieferten sich am Samstag einer Oppositionsgruppe zufolge im Zentrum der Stadt und in umliegenden Ortschaften Gefechte. Die Präsident Baschar al-Assad ergebenen Truppen und ihre Unterstützer der libanesischen Hisbollah-Miliz haben die strategisch wichtige Stadt von der Außenwelt abgeschnitten.

Um den Belagerungsring zu durchbrechen hätten die Rebellen den Luftwaffenstützpunkt Daba anzugreifen versucht, der ihren Gegnern am Donnerstag in die Hände gefallen war, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Sie steht der Opposition nahe.

Raketen im Libanon


Die Aufständischen riefen nach militärischer Unterstützung und baten um medizinische Hilfe für Hunderte Verwundete, die in der Stadt nahe der Grenze zum Libanon festsitzen. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon appellierte an die Kriegsparteien, die Zivilbevölkerung aus der Stadt abziehen zu lassen. Ban verfolge die Entwicklung in der Stadt mit ihren normalerweise 30.000 Menschen mit äußerster Sorge, erklärte die Weltorganisation.

Die seit zwei Wochen tobende Schlacht um Kusair dient der Sicherung von Nachschubwegen entlang der Grenze zum Libanon. Für Assad bedeutet die Kontrolle über die Stadt auch den ungehinderten Weg von Damaskus in das Siedlungsgebiet seiner alawitischen Glaubensgemeinschaft, die ihre Wurzeln im schiitischen Islam hat. Die Rebellen kommen vor allem aus der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit.

Offenbar zur Vergeltung für den Einsatz von Hisbollah-Kämpfern in Syrien schlugen nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens sieben Raketen im libanesischen Bekaa-Tal ein. Die Raketen seien aus dem Rebellengebiet abgeschossen worden und auf freiem Feld gelandet, wo sie keinen Schaden angerichtet hätten. Viele Libanesen befürchten, ihr Land könne in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen werden.

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