Syrien von

Offensive der Rebellen

Heftige Kämpfe in Damaskus. Warnung vor Einsatz von Chemiewaffen.

Syrien - Offensive der Rebellen © Bild: Getty Images/AFP

Nach dem Ausbruch heftiger Kämpfe in Syriens Hauptstadt Damaskus haben die Aufständischen eine landesweite Offensive ausgerufen. Die Kommandozentrale der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) in Homs rief in einer Erklärung zu Angriffen auf alle Sitze der Sicherheitskräfte auf.

Am Montag war es den Aufständischen nach eigenen Angaben gelungen, die Armee aus zwei Vierteln der Hauptstadt zu vertreiben. Ein Aktivist bezeichnete die Entwicklung als "Wendepunkt" in dem seit März 2011 andauernden Aufstand gegen Präsident Assad.

Warnung vor Chemiewaffen
Unterdessen warnte Syriens früherer Botschafter in Bagdad, Nawaf Fares, vor dem Einsatz chemischer Waffen durch die Regierung. Er sei überzeugt, dass Assad bereit sei, "das gesamte syrische Volk auszulöschen", um an der Macht zu bleiben, sagte Fares dem britischen Rundfunk BBC am Montag. Sollte er weiter in die Enge gedrängt werden, könnte er auch Chemiewaffen verwenden. Es gebe unbestätigte Berichte, dass in Homs bereits Chemiewaffen eingesetzt worden seien.

Fares, der als Hardliner galt und jahrzehntelang zahlreiche hohe Posten in den syrischen Sicherheitskräften, der Regierungspartei und der Staatsverwaltung innehatte, hatte sich am Mittwoch von Bagdad nach Katar abgesetzt. Gerüchten zufolge spekuliert er auf einen Posten in der Regierung nach Assad.

Vermittlungsmission in Moskau
Im Ringen um eine Lösung des Syrien-Konflikts setzt der Sondergesandte Annan in Moskau seine Vermittlermission fort. Im Gespräch mit Kremlchef Putin will er die Verhandlungsbereitschaft der UNO-Vetomacht ausloten. Russland hat mehrfach betont, dass das syrische Volk selbst über das Schicksal von Präsident Assad entscheiden solle. In Peking wird UNO-General Ban mit Chinas Führung sprechen. China und Russland haben bereits zweimal mit ihrem Veto ein härteres Vorgehen des UN-Sicherheitsrats gegen Damaskus verhindert.