Syrien von

Obama berät sich mit Cameron

Nach Giftgas-Einsatz: USA untersuchen Möglichkeiten für Eingreifen in Konflikt

Barack Obama im Gespräch mit David Cameron © Bild: APA/EPA/Andy Rain

Angesichts der mutmaßlichen Chemiewaffeneinsätze in Syrien prüft die US-Regierung gemeinsam mit westlichen Partnern Möglichkeiten für ein Eingreifen in den Bürgerkrieg. US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron haben eine "ernste Antwort" angekündigt, sollte das Regime von Bashar al-Assad nachweislich verantwortlich für den Einsatz von Giftgas in Syrien sein. Die beiden Politiker hatten die Lage in Syrien in einem Telefonat in der Nacht zu Sonntag diskutiert.

Der US-Präsident und Cameron bekräftigten laut Weißem Haus erneut ihre "ernste Sorge" angesichts der Chemiewaffenvorwürfe. Beide Seiten wollten sich weiter "eng abstimmen". Die britische Regierung teilte mit, es gebe "zunehmend Hinweise darauf, dass es sich um einen Einsatz von Chemiewaffen durch Syriens Regime gegen sein eigenes Volk handelte".

Geheimdienste sollen "Fakten und Beweise" sammeln

US-Präsident Barack Obama traf sich nach Angaben des Weißen Hauses mit seinen führenden Sicherheitsberatern. Er habe die Geheimdienste beauftragt, "Fakten und Beweise" zusammenzutragen, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses. Die Regierung habe eine Reihe von Optionen und werde den "nationalen Interessen" entsprechend handeln.

Laut CNN überarbeitet das Militär seine Optionen für ein Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg. Ein Beamter des Verteidigungsministeriums erklärte dem Sender, die Liste von Zielen für mögliche Luftangriffe sei aktualisiert worden. Die Planungen würden die Verwendung von Marschflugkörpern einschließen.

Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel erklärt, er habe die "Verantwortung, dem Präsidenten Optionen für alle Eventualitäten bereitzustellen". Ein US-Regierungsvertreter sagte, am Samstag Außenminister John Kerry habe seinen syrischen Kollegen Walid al-Muallem am Donnerstag telefonisch vor einer Blockadehaltung gewarnt.

US-Marine verstärkte Präsenz im Mittelmeer

Die US-Marine verstärkte ihre Präsenz im östlichen Mittelmeer, wie aus Verteidigungskreisen verlautete. Demnach kehrt der Zerstörer "USS Mahan" nicht wie vorgesehen in seinen Heimathafen zurück. Damit verfügen die USA nun über vier mit Raketen bestückte Kriegsschiffe in der Region.

Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen mit Chemiewaffen in der Nähe der Hauptstadt Damaskus mehr als 1.300 Menschen getötet worden. Die Opposition machte die Truppen von Präsident Bashar al-Assad für den Einsatz verantwortlich. Die syrische Regierung wies das vehement zurück.

Am Samstag bekräftigte die Führung in Damaskus noch einmal, "niemals Chemiewaffen in Syrien eingesetzt" zu haben, "in welcher Form auch immer, flüssig oder als Gas". Informationsminister Omran al-Sohbi sagte dem im Libanon ansässigen Fernsehsender al-Majadin weiter, die Armee habe den Einsatz solcher Waffen aufgrund ihrer "hohen Moral" nicht nötig.

Freier Zugang für UN-Experten gefordert

Am Samstag traf die UNO-Abrüstungsbeauftragte Angela Kane in Damaskus ein, um auf einen freien Zugang der UN-Experten zu dringen. Die mit Assad eng verbündete iranische Regierung teilte mit, der Zugang werde gewährt.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete indes von mindestens 355 Patienten mit "neurotoxischen Symptomen", die in syrischen Krankenhäusern gestorben seien. Insgesamt seien etwa 3.600 Menschen mit derlei Anzeichen in Kliniken eingeliefert worden. MSF wies aber darauf hin, keine Aussage über Verantwortliche treffen zu können.

Kommentare

Da die syrische Armee die Terroristen immer weiter zurück drängt, musste man nun scheinbar verzweifelt zu dieser grausamen Attacke unter falscher Flagge gfreifen. Denn nun steht der Weg für den Westen offen um intervenieren zu können.

Aber Russland (und womöglich auch China) wird diesmal nicht so einfach zusehen, ja liebe Freunde und dann haben wir den Krieg DIREKT BEI UNS in Europa!!!!!!!!!!!!!!

Das heißt es steht in unser aller Interesse es zu verhindern dass der verlogene Westen diesmal eingreift sonst steht der DRITTE WELTKRIEG vor der Tür!!!

Forest w.

Wir sollten uns keineswegs einmischen nicht USA und nicht Europa! Das so viele Menschen sterben ist furchtbar aber das ist nicht unser Kampf die USA will doch nur das Öl so wie immer.Wenn wir uns einmischen wer garantiert das das Land dann frei ist?

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ich bin hier wahrscheinlich zu wenig informiert, aber welchen grund sollte assad haben wirklich giftgas einzusetzen, wenn er seit beginn des konflikts über mögliche konsequenzen solch eines einsatzes informiert wurde... das käme doch dem ruf "stürzt mich, ich hab genug" gleich... oder seh ich das falsch?

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Naja, das ist eine gute Frage. Die israelische Zeitung Haaretz geht jedenfalls davon aus, dass das Giftgas von Dschihaddisten eingesetzt wurde, aber Giftgas hat nun mal kein Mascherl. Aber wenn man mal eine Bestandsaufnahme der letzten Tage macht:

Am 18.August kommen die ersten Vertreter der UNO nach Syrien um die Giftgasvorwuerfe von vor einigen Monaten zu untersuchen. Nur wenige Kilometer entfernt soll jetzt Assad politischen Selbstmord begehn und "wieder" Giftgas einsetzen? Ausserdem geschah dieser Angriff in den von Rebellen kontrollierten Gebieten. Und noch bevor es einen klaren Beweis gibt wer der Schuldige ist erhöht die USA ihre militärische Präsenz. Gleichzeitig findet die syrische Armee Giftgaslager der Rebellen, wovon aber hierzulande nichts berichtet wird. Irgendwie erinnert mich das zu sehr an die Lügen vor dem Irakkrieg.

Fakt ist jedenfalls, dass dort Kinderleichen rumliegen und dass das, was dort passiert Wahnsinn ist. Nur, an die Amerikaner als Heilsbringer will ich nicht so recht glauben, auch wenn die das seit 1947 immer wieder unter Beweis stellen wollen( Truman-Doktrin). Aber passiert ist bisher beinahe immer genau das Gegenteil. Und schlimmer noch als Unrecht zu setzen ist, es unter ethischer Flagge zu setzen. Und die Idee des gerechten Krieges ist für mich eine gefährliche Chimäre. Sobald Sie etwas anderes als die Verteidigung des eigenen Territoriums legitimieren,öffnen Sie die Büchse der Pandora und enden dort, wo -ich glaube es war Bush -ein atomarer Präventivschlag legitim ist,weil der andere ja was tun k ö n n te.

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ja, es sieht fast so aus als kann/darf hier nur ein ergebnis der inspekteure zu tage treten, denn die nächste frage wäre dann... was passiert wenn die andere seite die "rote linie" überschritten hat? (keine waffenliefungen mehr als ernste konsequenz?)

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@higgs70: danke für die ausführliche schilderung

"der Iran drohte mit „harten Konsequenzen"

Der kriegslüsterne Iran muss nun durch die USA/Israel mit gezielten Luftschlägen in die Strafschranken gewiesen werden.

Hermann Gugger

Die Engländer sind ja die treusten Verbündeten der USA. Die lassen sich doch sich von Obama iwieder vor den berühmten Karren spannen. Früher nannte man dass Stellvertreterkriege heute ist es nach dem Krawall Chargon die Verteidigung der Freiheit von wem bitte schön ?

Hermann Gugger

Wie ging das noch mal ? Das Assat Regime ist ein "Garant für die Sicherheit Israels". Aus diesem Grund tut keiner was und lässt den Despoten wüten wie nie zuvor. Ein Eingreifen des Westen kann so wie in Lybien zum Sturz des Regimes führen. Was dann folgt ist Chaos und Anarchie siehe Irak Afghanistan und ganz nebenbei wer bezahlt die Sache.... ??

strizzi49 melden

Haben diese Zündler (USA & GB) nicht schon genug Unheil angerichtet, mit ihrem vorschnellen Eingreifen? Im Irak waren es die angeblichen Atomwaffen und was haben sie dort hinterlassen? Jetzt ist es das Giftgas, das angeblich die Assadtruppen verwendet haben!
Lasst doch zuerst die UN-Experten untersuchen, dann ist immer noch Zeit, etwas zu unternehmen!

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Meiner Meinung nach hat NIEMAND das Recht, im souveränen Staat Syrien einzugreifen !
Schon gar nicht die USA und GB !!! Ein Bürgerkrieg ist alleinige Sache des betroffenen Staates!
Was hätten die USA seinerzeit gesagt, hätten die Europäer damals in ihren Bürgerkrieg eingegriffen ? Der war auch streckenweise unmenschlich! Gut, dass es hier die Russen und Chinesen gibt!

Mindestens genauso wichtig wären in den letzen Jahrzehnten und heute noch Angriffe auf die jüdischen Siedlungen im Westjordanland gewesen, weil diese die 4. Genfer Konvention 1949 verletzen, die dazu gemacht wurde dass sich Hitlers Siedlungspolitik in Elsass-Lothringen und Warthegau nicht wiederholt

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