Syrien von

Über 80 Tote

Großangelegte Militäroffensive auf Rebellenhochburg. Auch Zivilisten getötet.

Zerbombte Häuser in Syrien © Bild: Reuters/Nour Kelze

Bei der großangelegten Offensive der syrischen Armee auf die strategisch bedeutende Rebellenhochburg Qusayr (Kusseir) sind seit Sonntag mehr als 80 Menschen getötet worden. Dies teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. Unter den Toten seien neben zahlreichen Rebellen auch 23 Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz, hieß es.

Die syrische Luftwaffe begann laut der Beobachtungsstelle am Sonntag in der Früh mit Angriffen auf Qusayr. Zudem habe es Artilleriebeschuss gegeben. Armeeeinheiten nahmen nach eigenen Angaben das Stadtzentrum ein, was die Rebellen bestritten. Ein Regierungssoldat sagte im Staatsfernsehen, hundert bewaffnete Männer seien im Kampf getötet worden.

Zivilisten unter Opfern

Laut der Beobachtungsstelle wurden mindestens 56 Rebellen getötet, sechs davon am Montag. Auch vier Zivilisten seien getötet worden. Die Regierungstruppen wurden offenbar von der schiitischen Hisbollah-Miliz unterstützt. Laut der Beobachtungsstelle wurden am Sonntag 23 Hisbollah-Kämpfer getötet und mehr als 70 verletzt. Ein Hisbollah-naher Informant sprach von mindestens 20 getöteten Miliz-Mitgliedern und rund 30 Verletzten.

Die Armee und regierungstreue Kämpfer versuchen seit Wochen, die strategisch wichtige Stadt zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste unter Kontrolle zu bringen. Qusayr war seit mehr als einem Jahr in Rebellenhand. Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe Nationale Koalition warnte vor "klaren Anzeichen", die auf ein baldiges "Massaker" an Zivilisten hindeuteten. Sie verurteilte die "barbarischen und zerstörerischen Luftangriffe".

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