Syrien von

Mehr als 220 Deserteure getötet

Auch Waffenschmuggel wird künftig hart bestraft. Arabische Liga entsendet Beobachter

Syrien - Mehr als 220 Deserteure getötet © Bild: APA/EPA

Die syrischen Regierungstruppen sollen seit Montag mehr als 220 Menschen getötet haben. Gegner des Regimes von Präsident Assad meldeten am Dienstag, bei den Getöteten handle es sich vor allem um Deserteure. Auch Waffenschmuggel wird in Syrien künftig mit dem Tod bestraft.

In der Provinz Idlib seien am Montag 227 Angehörige der sogenannten Freien Syrischen Armee getötet worden. Die Streitkräfte hätten Artilleriegeschütze gegen die Deserteure eingesetzt, die sich in den Ortschaften Jabal al-Sawiya und Khan Sheikhoun verschanzt hätten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, in Idlib seien bei Gefechten zwischen der Armee und "terroristischen Gruppen" mehrere Menschen getötet worden. In den Reihen der Armee habe es keine Opfer gegeben.

Am Montag seien zudem 42 Zivilisten getötet worden. Am Dienstag gab es nach Angaben der Aktivisten in Daraa und Idlib drei weitere zivile Opfer.

Beobachter kommen ins Land
Wegen der Medienblockade sind Berichte aus Syrien meist nicht zu überprüfen. Die Arabische Liga will in den kommenden Tagen erstmals seit Beginn der Krise im März Beobachter nach Syrien schicken.

Kurz vor der geplanten Entsendung arabischer Beobachter nach Syrien beschloss Assad harte Strafen für Waffenschmuggler bis hin zur Hinrichtung. In einem Dekret des Präsidenten heißt es, wer Waffen ins Land bringe, mit Waffen handle oder diese terroristischen Vereinigungen zur Verfügung stelle, werde ab sofort mit Haftstrafen zwischen 15 Jahren und lebenslänglich bestraft. Bei Waffenlieferungen im großen Stil drohe die Todesstrafe. Das Dekret wurde am Dienstag von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht.