Syrien-Konflikt von

Aleppo steht in Flammen

Historischer Markt ist UNESCO-Erbe: Mind. 1.500 Geschäfte von Feuer zerstört.

Rauch über Aleppp © Bild: Reuters/Boudlal

Zum sinnlosen Töten in Syrien gesellt sich jetzt auch die wahllose Zerstörung seines Kulturerbes. Im mittelalterlichen Basar von Suk al-Madina in der syrischen Stadt Aleppo seien bereits mindestens 1.500 Geschäfte durch die Flammen zerstört worden, hieß es am Sonntag. Händler wurden nach eigenen Angaben von der Armee daran gehindert, den Schaden zu begutachten, nachdem dort am Samstag reihenweise Stände in Flammen aufgegangen waren. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und ist der größte dieser Art weltweit.

Videoaufnahmen im Internet, die aus der Millionenstadt stammen sollten, zeigten dunkle Rauchwolken am Himmel. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Rebellen hatten am Donnerstag eine Offensive in der Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern ausgerufen. Offenbar hat zunächst keine der beiden Seiten die Oberhand gewonnen.

Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus, weil in dem überdachten Markt viele Händler Stoffe anbieten. Die Aufständischen beschuldigten Regierungstruppen, das Feuer mit Brandmunition ausgelöst zu haben. Die Rebellen hatten eine Offensive in der Stadt gestartet. Offenbar hat bisher keine der beiden Seiten die Oberhand gewonnen. Die Angaben aus Syrien lassen sich aber kaum überprüfen, weil die Regierung den Zugang von ausländischen Journalisten einschränkt. Insgesamt habe es am Sonntag Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen in Syrien rund 80 Tote gegeben, berichteten die Regimegegner. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten am Wochenende auf 240.

Experten diskutieren in Kairo
Am Montag wollen Experten aus der Region in Kairo diskutieren, wie man die Zerstörung historischer Stätten in Syrien - dazu zählen Kreuzfahrerfestungen, osmanische Moscheen, römische und byzantinische Siedlungen - eindämmen kann. Vor allem Moscheen und Festungen geraten häufig unter Beschuss, weil sie wegen ihrer oft strategisch günstigen Lage von Kämpfern der Opposition, Milizionären und Soldaten besetzt werden.

Unterdessen traf der Vertreter des Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi, Mochtar Lamani, in der Provinz Homs einen Rebellenführer und weitere Mitglieder der Freien Syrischen Armee. Ein Verantwortlicher der UNO sagte AFP, Lamani sei auch mit dem Provinzgouverneur sowie Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und des Syrischen Roten Halbmondes zusammengetroffen.

Die Angaben aus Syrien lassen sich kaum überprüfen, weil die Regierung den Zugang von ausländischen Journalisten einschränkt. In Syrien hält der Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad seit 18 Monaten an. Inzwischen hat er sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Schätzungen der Opposition zufolge sind mehr als 30.000 Menschen getötet worden.

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