Syrien-Konflikt von

Panzer nach Protesten

Präsident Bashar al-Assad setzt militärische Mittel gegen Bevölkerung in Hama ein.

Syrien-Konflikt - Panzer nach Protesten © Bild: Reuters

Zwei Tage nach Massenprotesten in Hama hat der syrische Präsident Bashar al-Assad Panzer dorthin in Marsch gesetzt. Die Kampffahrzeuge bezogen nach Angaben von Menschenrechtlern und Einwohnern am Sonntag an den Zugängen zu der 210 Kilometer nördlich von Damaskus gelegenen Stadt Stellung. Etliche Menschen seien festgenommen worden.

Rund 100 Militärfahrzeuge, darunter Panzer und Truppentransporter, mit tausenden Soldaten seien am Samstagabend auf das Dorf Kfar Rumma vorgerückt, sagte der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel-Rahman, am Sonntag. Die Soldaten seien nicht ins Dorf einmarschiert, weil sich ihnen Hunderte Dorfbewohner entgegengestellt hätten, hätten aber ihren Militäreinsatz in der Region um das Dorf fortgesetzt.

"Es scheint, dass die Regierung auf eine militärische Lösung setzt, um die Stadt zu unterwerfen", sagte Abdel-Rahman. Assads Vater und Vorgänger Hafes hatte vor gut 30 Jahren in Hama einen Aufstand von Islamisten unterdrückt, bei dem bis zu 30.000 Menschen getötet worden waren.

Nach Angaben der Menschenrechtler verstärkte die Armee auch ihre Truppen im Bezirk Jabal al-Sawija in der nördlich von Hama gelegenen Provinz Idlib. Dort sollen seit Freitag sechs Regimegegner getötet worden sein. Soldaten durchkämmten nach Angaben Rahmans dort mehrere Dörfer auf der Suche nach Regierungsgegnern. Im Dorf El Bara hätten die Soldaten mehrere Häuser zerstört und die Angehörigen von Oppositionellen festgenommen, damit diese sich stellen.

Vertretern der Opposition zufolge waren am Freitag Zehntausende Regierungsgegner durch Hama gezogen. Es soll eine der größten Demonstrationen seit Beginn der Proteste gegen den Staatschef im März gewesen sein.