Syrien von

UNO warnt

Giftgasangriffe ziehen "ernste Konsequenzen" nach sich. Auch USA will jetzt prüfen.

Mann mit Gasmaske in Syrien © Bild: Reuters/Khabieh

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat mit "ernsten Konsequenzen" gedroht, falls sich die Berichte über Chemiewaffenangriffe in Syrien bewahrheiten sollten. "Jeder Einsatz von Chemiewaffen, ungeachtet ihrer Art, des Täters und der Umstände, ist eine Verletzung des Völkerrechts", sagte Ban am Freitag in Seoul. "Ein solches Verbrechen gegen die Menschlichkeit sollte ernste Konsequenzen für denjenigen haben, der es begeht."

Ban sprach von einer "großen Herausforderung für die internationale Gemeinschaft in ihrer Gesamtheit" und drängte darauf, den UNO-Waffenexperten Zugang zum angeblichen Tatort zu gewähren. Nach Angaben der syrischen Opposition hatten Regierungstruppen am Mittwoch in einem Vorort von Damaskus bei einer Offensive auch Giftgas eingesetzt, wodurch 1300 Menschen ums Leben gekommen seien. Das Regime in Damaskus wies die Vorwürfe zurück.

Nachdem sich bereits der UNO-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung dafür ausgesprochen hatte, "Klarheit" in dieser Angelegenheit zu schaffen, beorderte Ban am Donnerstag seine Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Angela Kane, nach Damaskus, um auf eine Untersuchungserlaubnis für die Experten zu drängen.

"Ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum eine der Parteien - sowohl Regierungs- als auch Oppositionskräfte - diese Gelegenheit ablehnen sollte, der Sache auf den Grund zu gehen", betonte der UNO-Generalsekretär in Seoul.

USA kündigten Untersuchungen an

Auch die USA kündigten Untersuchungen an. Präsident Barack Obama forderte seine Geheimdienste auf, bei der Klärung der Vorwürfe mitzuhelfen. Das US-Außenministerium erklärte, es könne die Berichte über eine Chemie-Attake nicht bestätigen. Syriens Verbündeter Russland erklärte, man werde sich einer Untersuchung nicht in den Weg stellen. Und das Weltsicherheitsratsmitglied Frankreich forderte eine "Reaktion der Stärke", die über eine bloße Verurteilung hinausgehe. Präsident Francois Hollande erklärte, es sei wahrscheinlich, dass eine Chemie-Attacke stattgefunden habe.

Die syrische Opposition wirft der Armee vor, bei einem Giftgas-Angriff am Mittwoch zwischen 500 und 1.300 Menschen in Vororten von Damaskus getötet zu haben. Die Regierung hat dies als "unlogisch und erfunden" zurückgewiesen. In der Region wurde am Donnerstag weiter gekämpft.

Ein Sprecher des russischen Außenministeriums erklärte am Donnerstag, die syrische Haltung zu den Inspektoren müsse respektiert werden. Er wies jedoch darauf hin, dass sich eine Gruppe der UNO-Experten bereits im Land aufhalte, um frühere Vorwürfe zu untersuchen. Ihre Entsendung sei damals vom Sicherheitsrat und damit auch von Russland beschlossen worden. "Wie könnten wir dagegen sein?", sagte der Sprecher zu neuen Ermittlungen. Russland habe auch Interesse an einer objektiven Aufklärung der Vorgänge.

Die Inspektoren wurden in das Land entsandt, nachdem erstmals Vorwürfe aufgekommen waren, Assad habe im Kampf gegen die Rebellen auf sein Chemiewaffenarsenal zurückgegriffen. Die Regierung wirft den Rebellen ihrerseits vor, entsprechende Massenvernichtungswaffen einzusetzen.

Obama warnt vor Konsequenzen

US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Giftgas als rote Linie bezeichnet und vor Konsequenzen gewarnt. In den USA wuchs am Donnerstag der Druck auf ihn, Taten folgen zu lassen. Der einflussreiche republikanische Senator John McCain forderte gezielte Luftangriffe auf syrische Luft- und Raketenstellungen. Die Untätigkeit der USA ermutige andere Staaten, ebenfalls hart gegen ihre Bürger vorzugehen, erklärte er.

Obama selbst begann am Donnerstag eine zweitägige Bustour im Nordosten der USA, um für seine Wirtschaftspläne zu werben. Dabei erwähnte er die Situation in Syrien zunächst mit keinem Wort. Sein Sprecher sagte, Obamas Tour zeige, dass "der Präsident seine Prioritäten richtig setzt", während er die Lage in Syrien verfolge. US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte einen für Donnerstag geplanten Pressetermin ab.

Der Giftgas-Experte Martin Weiler von der ABC-Abwehrschule in Korneuburg erklärte, dass vieles für den Einsatz von Chemiewaffen spreche. Die Symptome, die auf den Videos aus Syrien zu sehen sind, "deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Nervenkampfstoffe hin", sagte der Toxikologe am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Diese Kampfstoffe würden die Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln unterbrechen. Ein Großteil der Opfer sterbe an Sauerstoffmangel infolge aussetzender Atmung. Charakteristisch seien ganz enge, stechnadelgroße Pupillen, die im Kontakt mit anderen Giften nicht auftreten würden, sagte er. Eben diese Pupillen seien auf den Videoaufnahmen zu sehen. Nachgewiesen werden könne der Giftgas-Einsatz über Blutproben der Opfer.

Kommentare

wintersun melden

Da wird mein Posting aus mir unerklärlichen Gründen gelöscht und wenn ich HÖFLICH nachfrage warum, wird auch dieses Posting gelöscht!

Sorry aber das sehe ich leider nicht ein, komme mir ziemlich verhöhnt vor.

So VIEL SPAß beim erneuten löschen ich werde meine Zeit nun sinnvoller investieren als mich mit euch Zensierern herum zu ärgern.

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nicht ärgern, Sie wissen's nur noch nicht, aber der angestrebte Endzustand in diesem Forum ( und deshalb die Zensuren) ist, dass wir hier alle Rezepte für Vanillekipferl austauschen. Ist doch auch schön oder?;-))

wintersun melden

;-)
Vermutet hab ich sowas in der Art bereits...
Ja, ist doch auch schön, ich mag Vanillekipferl und dann müss ma uns nicht mehr den Kopf über die Grausamkeiten dieser Welt zerbrechen.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

:) ...LOVE is in the air ...oder war es doch der Duft von Vanille-Kipferl...

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Übrigens, glaub er meinte stecKnadelgroße Pupillen...aber egal ;)

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