Syrien von

Chemiewaffen-Inspektoren angegriffen

Elf Mitarbeiter der OPCW entführt - aber inzwischen wieder in Sicherheit

Syrien-Konflikt © Bild: Reuters/Omar Ibrahim

Ein Konvoi von Chemiewaffeninspektoren in Syrien ist am Dienstag angegriffen worden. Zunächst hatte es geheißen elf Mitarbeiter der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) seien verschleppt worden. Die Angeben der syrischen Regierung wurden von der Organisation in Den Haag jedoch zurückgewiesen.

"Alle Mitarbeiter des Teams sind sicher und wohlauf und befinden sich auf dem Rückweg zu ihrem Stützpunkt", teilte die Organisation am Dienstag auf ihrer Webseite mit. Die Chemiewaffeninspektoren mussten nach dem Angriff ihre Arbeit vorübergehend unterbrechen. Zuvor hatte die syrische Regierung die Entführung der Experten durch "Terroristen" vermeldet. Die OPCW nannte keine Details über den Angriff.

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, waren die Experten des gemeinsamen Einsatzes der UN und der OPCW in der Nähe der Stadt Hama unterwegs, als eines der Fahrzeuge durch einen Sprengsatz beschädigt wurde. Darauf habe sich das Team auf den Weg zurück zu seiner Basis gemacht. Die Inspektoren sollen Vorwürfen nachgegangen sein, die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad hätten im April ein von Rebellen kontrolliertes Dorf in Hama mit Chlorgas angegriffen.

Rebellenvertreter hatten den Regierungstruppen zuletzt am Freitag vorgeworfen, in Hama Fassbomben mit Chlorgas abgeworfen zu haben. Auch Ärzte gaben an, Hinweise auf Chlorgas zu haben.

Die vom UN-Sicherheitsrat gesetzte Frist zur Vernichtung der Chemiewaffen endet am 30. Juni. Nach Angaben der OPCW wurden bisher gut 92 Prozent des syrischen Chemiewaffenarsenals zerstört oder außer Landes gebracht. Der Rest - rund 100 Tonnen Kampfstoffe - soll sich an einem einzigen Ort befinden. Syrien hat laut OPCW angegeben, dass das Material aus Sicherheitsgründen nicht transportiert werden könne.

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