Syrien von

Bombenhagel in Aleppo

Mindestens 25 Tote - Staatsführung spricht von "terroristischen" Angriffen

Syrien - Bombenhagel in Aleppo © Bild: APA/EPA/SANA/HANDOUT

Bei zwei Bombenanschlägen in der syrischen Stadt Aleppo sind am Freitag nach Medienangaben mindestens 25 Menschen getötet worden. Das Staatsfernsehen berichtet von 175 Verletzten. Die Sprengsätze waren vor Einrichtungen der Sicherheitskräfte detoniert. Das Regime in Damaskus vermutet "bewaffnete Terrorgruppen" als Urheber.

Im staatlichen Fernsehen waren Bilder von Trümmern und Blut auf der Straße sowie von Toten zu sehen. Fensterscheiben eines Gebäudes, dem die erste Explosion gegolten hatte, waren zerborsten. Ein Reporter hob Decken und Plastikfolien, die über die Toten gelegt worden waren, in die Höhe und zeigte die zerstückelten Leichen. Ihm zufolge waren auch Kinder unter den Toten. Ähnliche Bilder zeigte das Fernsehen auch von dem Ort der zweiten Explosion.

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete, die Terroranschläge hätten einem Gebäude des Militärgeheimdienstes und dem Sitz der Ordnungspolizei gegolten. Es habe mehrere "Märtyrer" gegeben. Das Staatsfernsehen nannte "bewaffnete Terrorgruppen" als Urheber, womit Regimegegner gemeint sind.

"Schwarzes Theaterstück des Regimes"
Assad-Gegner machten dagegen das Regime für die Anschläge verantwortlich. Sie erklärten unter Berufung auf Anrainer, die vor den Explosionen verdächtiges Verhalten der Sicherheitskräfte beobachtet haben wollen: "Dies ist ein weiteres schwarzes Theaterstück des Regimes." Die Regierungstruppen hätten nach den Detonationen jeweils mehrere Schüsse abgegeben, um den Eindruck zu erwecken, es habe ein Gefecht zwischen ihnen und den "Terroristen" stattgefunden.

In der Protesthochburg Homs besetzte die Armee in der Nacht nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ein Wohnviertel mit Panzern. Zudem durchsuche sie zahlreiche Wohnhäuser, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Unterdessen zog die Führung im Nachbarland Libanon Truppen an der Grenze zu Syrien zusammen. Zuvor war berichtet worden, über die Grenze würden Waffen nach Homs geschmuggelt