Syrien von

Blutbad in Homs

Offenbar mehr als 300 Tote durch Angriffe der Armee. Syrische Führung dementiert.

Syrien - Blutbad in Homs © Bild: Reuters

Die Aufstände in Syrien nehmen kein Ende. Bei dem Blutbad in der Protesthochburg Homs hat die Armee nach neuesten Angaben des arabischen Fernsehsenders Al-Arabiya 337 Menschen getötet. Wie der Sender weiter berichtet, wurden etwa 1.300 Menschen verletzt. Die syrische Führung dementiert unterdessen Berichte, wonach die Armee in Homs ein Blutbad verübt hat.

Die Zivilisten seien von bewaffneten Männern getötet worden, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Das syrische Staatsfernsehen bestreitet nach Angaben des US-Senders CNN Berichte über den Beschuss von Stadtvierteln in Homs durch die Streitkräfte. Das sei eine "Medienkampagne", die Lügenmärchen und Unwahrheiten benutze, um die Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates zu beeinflussen und um Verbrechen und Angriffe zu verschleiern, die von bewaffneten terroristischen Gruppen begangen worden seien, berichtet CNN weiter.

Trotz einer russischen Vetodrohung will der UNO-Sicherheitsrat noch heute über eine Syrien-Resolution entscheiden. Marokko hat für 10.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MEZ) eine Sondersitzung beantragt und will seinen Entwurf dann zur Abstimmung bringen, hieß es von westlichen Diplomaten. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Vetomacht Russland mitteilen lassen, sie wolle das auch von ihrem Botschafter ausgehandelte Papier nicht mittragen.

Botschaften in London und Kairo gestürmt
In London und in Kairo versuchten unterdessen erboste Syrer, die Botschaften ihres Landes zu stürmen. In Syrien gibt es seit fast elf Monaten massive Oppositionsproteste gegen das Assad-Regime, auf die dessen Sicherheitskräfte mit aller Gewalt reagieren. Die Führung in Damaskus macht immer wieder "Terroristen" für die anhaltende Gewalt im Land verantwortlich. Seit vergangenem März kamen nach UNO-Angaben mit Stand vor dem Massaker in Homs mehr als 5.400 Menschen ums Leben, Menschenrechtler gingen von mindestens 6.000 Todesopfern aus.