Syrien von

Assad weiter siegessicher

Seie Truppen werden siegen. UNO will bald Chemiewaffen-Vorwürfe prüfen.

Bashar al-Assad © Bild: APA/EPA/SANA

Trotz rasant steigender Opferzahlen im syrischen Bürgerkrieg gibt sich Staatschef Bashar al-Assad weiter unnachgiebig. Er sei sich weiterhin sicher, dass seine Truppen gegen die Aufständischen im Land siegen würden, sagte Assad nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SANA vom Donnerstag anlässlich des 68-jährigen Gründungsjubiläums der syrischen Armee. Die Vereinten Nationen wollen in den kommenden Tagen in Syrien Vorwürfe des Einsatzes von Chemiewaffen prüfen.

"Wenn wir uns in Syrien des Siegs nicht sicher wären, hätten wir nicht den Willen zum Widerstand gehabt und wären nicht in der Lage gewesen, der Aggression mehr als zwei Jahre lang zu trotzen", sagte Assad laut SANA. Den Regierungstruppen sprach er sein "großes Vertrauen" aus und rief sie zur "Erfüllung der nationalen Mission" auf.

Die syrischen Soldaten hätten bisher "außerordentlichen Mut im Kampf gegen den Terrorismus bewiesen" und "die Welt durch den Widerstand beeindruckt", sagte Assad SANA zufolge weiter. Die Führung in Damaskus bezeichnet die gegen Assad kämpfenden und von zahlreichen westlichen Staaten unterstützten Aufständischen immer wieder als Terroristen.

"Für den Dialog"

Syriens Ministerpräsident Wael al-Halki sagte der staatsnahen Zeitung "Al-Watan" vom Donnerstag, seine Regierung sei "für den Dialog", werde aber "nicht mit dem Terrorismus verhandeln". Seine Äußerungen bezog er auf den Plan Russlands und der USA, eine internationale Konferenz zu Syrien einzuberufen, um den es allerdings zuletzt ruhig geworden war.

In den vergangenen Tagen hatten Assads Truppen ihre Angriffe gegen die Aufständischen in der Rebellenhochburg Homs verstärkt und Erfolge vermeldet. Die strategisch wichtige Stadt ermöglicht die Kontrolle über die Verbindungsroute zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Küste. Auch nahe Aleppo und der Hauptstadt Damaskus rückten Assads Truppen vor.

Der Konflikt in Syrien hatte im März 2011 mit Protesten gegen Assad begonnen und weitete sich zu einem blutigen Bürgerkrieg aus. Assads Armee bekämpft die eher spärlich bewaffneten Rebellen aus der Luft und mit schwerem Gerät am Boden. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in den Kämpfen mehr als 100.000 Menschen getötet.

Zustimmung zu UN-Untersuchung

Am späten Mittwoch hatten die Vereinten Nationen mitgeteilt, Assad habe einer Untersuchung von Vorwürfen des Einsatzes von Chemiewaffen in dem Bürgerkrieg zugestimmt. UN-Waffeninspektoren sollten "so bald wie möglich nach Syrien reisen, um gleichzeitig drei der berichteten Vorfälle zu untersuchen", sagte UN-Sprecher Martin Nesirky in New York. Laut UN-Diplomaten wird das Expertenteam in Europa zusammengestellt und in der kommenden Woche nach Damaskus fliegen. Der UNO liegen Berichte der syrischen Regierung, der USA, Frankreichs und Großbritanniens vor, wonach an 13 Orten in Syrien Chemiewaffen eingesetzt wurden.

Nach Diplomatenangaben sollen die UN-Inspektoren die Kleinstadt Khan al-Assal nahe Aleppo, den Ort Ataybah bei Damaskus sowie Homs inspizieren. In Khan al-Assal setzten laut syrischer Regierung Rebellen ein Nervengas ein, in den beiden anderen Fällen sollen Regierungstruppen Chemiewaffen gegen Aufständische genutzt haben.

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