Syrien von

Doch kein Angriff auf Syrien

Moskau ortete zwei Flugkörper Richtung Osten. USA führten nur Raketentests durch.

US-Kriegsschiff © Bild: APA/EPA

Inmitten der internationalen Spannungen um den syrischen Bürgerkrieg haben Israel und die USA am heutigen Dienstag einen Raketentest im Mittelmeer durchgeführt. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, im Rahmen eines Manövers sei eine Rakete als Ziel abgefeuert worden. Die russische Armee hatte zuvor den Abschuss zweier ballistischer Objekte im Mittelmeer geortet, die ins Meer gestürzt seien. Ein US-Armeesprecher betonte, dass die US-Marine keine Raketen abgefeuert habe.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden die ballistischen Raketen am Dienstag um 8.16 Uhr MESZ in Richtung des östlichen Küstenstreifens des Mittelmeers abgefeuert. Der Raketenabschuss sei durch das russische Frühwarnsystem in Armawir im Süden Russlands registriert worden.

Die russische Mitteilung sorgte zunächst für Verwirrung. Während die Aktienkurse auf Talfahrt gingen, gab es zunächst keine weitere Bestätigung für einen Abschuss oder Raketeneinschlag. Der libanesische Sender Al-Manar berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die syrische Armee keine Rakete auf ihrem Radar geortet habe. Israel und die USA dementierten den Abschluss zunächst. Dann hieß es aus Moskau unter Berufung auf syrische Quellen, die Rakete sei ins Meer gestürzt. Ein russischer Militärvertreter mutmaßte, die Rakete könnte von den USA zur Wetterbeobachtung abgeschossen worden sein.

Russland warnt vor Militärschlägen

Der Raketentest dürfte kaum zur Entspannung im Syrien-Konflikt beitragen. Russland warnte am Dienstag neuerlich vor schweren Folgen eines Angriffs auf Syrien. "Die Anwendung von Gewalt wird nicht das gewünschte Ergebnis bringen, sondern genau das Gegenteil bewirken", sagte der Nahost-Beauftragte Sergej Werschinin am Dienstag in Moskau. Auch der Iran bekräftigte seine Warnungen an die Adresse der USA. Der einflussreiche Ex-Präsident und Vorsitzende des Expertenrates, Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, sagte, eine US-Intervention würde "den gesamten Nahen und Mittleren Osten in den Abgrund reißen". Die USA und ihre Alliierten "können den Krieg beginnen, aber dessen Ende liegt dann nicht mehr in ihrer Hand", sagte er.

Die USA und Frankreich hatten nach einem mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien Militärschläge angekündigt. US-Präsident Barack Obama will zuvor aber noch die Zustimmung des Kongresses einholen. In Frankreich soll das Parlament am Mittwoch beraten. Weder Obama noch der französische Präsident Francois Hollande sind letztlich aber auf eine vorherige Zustimmung der Parlamente angewiesen. Allerdings ließ am Dienstag auch die sozialistische Regierung in Paris durchblicken, dass es zu einem Parlamentsvotum kommen könnte. Der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Alain Vidalies, sagte am Dienstag, dass eine solche Abstimmung für Präsident Hollande "kein Tabu-Thema" sei.

Erfolg für Assad

Die syrische Armee konnte indes einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen die Aufständischen Rebellen verbuchen. Im Norden des Landes nahmen die Streitkräfte die strategisch bedeutende Stadt Ariha ein, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dies könnte die von Rebellen kontrollierte Region weiter unter Druck bringen, da die Assad-Truppen nun besser von der Küstenstadt Latakia aus versorgt werden können.

Allerdings berichteten Oppositionelle von einer Absetzbewegung innerhalb der syrischen Armee. Wegen der US-Angriffsdrohungen seien in den vergangenen drei Tagen mehr als 100 Soldaten und Offiziere desertiert, hieß es. Ein Sprecher des Syrischen Nationalrats in Deutschland forderte indes, dass sich die USA bei ihrem Angriff mit den Rebellen koordinieren. "Alles andere wäre nicht richtig und kontraproduktiv", sagte Ratsvertreter Sadiqu al-Mousllie am Dienstag im Deutschlandfunk. Den Aufschub des Militärschlags kommentierte er mit den Worten: "Jeder Tag kostet uns zwischen 80 bis 100 Leben."

Zwei Millionen Flüchtlinge

Unterdessen sollte die Analyse der von den UNO-Experten in Syrien gesammelten Proben beginnen. Wie ein UNO-Sprecher in der Nacht auf Dienstag mitteilte, seien die Proben bereits am Montag von Den Haag in mehrere Labors geschickt worden, wo sie umgehend analysiert werden sollten. Die UNO-Untersuchung soll den endgültigen Beweis dafür bringen, dass am 21. August Giftgas in Vororten von Damaskus eingesetzt wurde. Dabei kamen US-Angaben zufolge 1.400 Menschen ums Leben.

Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) veröffentlichte indes Rekordzahlen zu den Flüchtlingsströmen aus Syrien. Seit Beginn des Bürgerkriegs seien zwei Millionen Syrer aus ihrer Heimat geflüchtet, 97 Prozent seien von den Nachbarländern aufgenommen worden, teilte das UNHCR am Dienstag mit. Allein in den vergangenen zwölf Monaten seien 1,8 Millionen Menschen aus Syrien geflüchtet. Die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, sprach von einem "erschreckenden Meilenstein". UNO-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres bezeichnete Syrien als "größte Tragödie dieses Jahrhunderts". "Der einzige Trost ist die Menschlichkeit, die benachbarte Länder aufbringen, indem sie so viele Menschen aufnehmen und damit deren Leben retten", sagte er.

Kommentare

melden

"Putin deutet Zustimmung zu Einsatz an"

Nun dürfte es auch für den kriegstreibenden und Terrorismus unterstützenden Iran wesentlich enger werden. Daher sind die Sanktionen gegen den Iran weiter zu verschärfen um den Iran völlig zu isolieren und auszudünsten.

freud0815 melden

kein mensch auf dieser welt kann einen militäreinsatz derzeit begrüssen

"Republikaner unterstützen Obamas Angriffspläne"

Es sind in den USA Republikaner, die unerschrocken und zivilcouragiert für die Menschenrechte einstehen und kriminellen Regimen wie jenes von Assad und auch des Iranes die Stirn bieten. In Europa hingegen übt man sich dagegen weiterhin mit dem Asylgesetz fanatischen Muslimen und Kriegstreibern unterschlupf zu gewähren, auf Kosten echter Flüchtlinge

Seite 1 von 1